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Ludwig Erhard
(4.2.1897-5.5.1977), der spätere “Vater des deutschen Wirtschaftswunders”, hatte während der NS-Zeit am Institut für Wirtschaftsbeobachtung der Handelshochschule Nürnberg gearbeitet und schon früh mit dem wirtschaftlichen Liberalismus geliebäugelt. Nach den Plänen
Karl Goerdelers
, eines der führenden Widerständler, sollte er Wirtschaftsminister werden. Dank eines glücklichen Zufalls überlebte er die Verfolgungen nach dem Scheitern des 20. Juli.
1945/46 war er bayerischer Wirtschaftsminister.
Als Wirtschaftsdirektor befürwortete er die Währungsreform und wollte schon am Tag danach sämtliche Zwangswirtschaftsmaßnahmen abschaffen. Er war überzeugt, daß durch das neue Geld keine Notwendigkeit mehr bestünde, die Lebensmittelkarten beizubehalten.
Zwar wurde er von den Westallierten zunächst gebremst - es wäre paradox gewesen, wenn die Deutschen als erste von Rationalisierungen befreit worden wären - doch die Entwicklung zur “Sozialen Marktwirtschaft” war eingeleitet. Charakteristisch für die Soziale Marktwirtschaft ist die Begrenzung der grundsätzlich bejahten Produktions-, Handels- und Wettbewerbsfreiheit durch eine staatliche Wettbewerbsordnung zum Schutz vor marktbeherrschenden Konzentrationen wirtschaftlicher Macht sowie eine staatliche Sozialordnung zur Sicherung eines Mindestmaßes sozialer Gerechtigkeit.
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