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Gentechnik - 2. Von der Wildpflanze zur Hochzucht


Inhalt

Uralte Kulturpflanzen
Die Kartoffel, die aus den Hochtälern der südamerikanischen Anden stammt, steht vermutlich am Anfang des Ackerbaues. Mit ihr begann aber auch die Pflanzenzüchtung. Durch Kreuzen und Selektieren wurden mit der Zeit aus Wildpflanzen vom Menschen gezüchtete Kulturpflanzen. In Pflanzenzuchtbetrieben versucht man heute solche Pflanzen zu schaffen, die hohe Erträge bringen, widerstandsfähig sind und wertvolle Inhaltsstoffe besitzen. Doch bis so eine neue Sorte gezüchtet ist, vergehen normalerweise mindestens 10 Jahre.
Vor mehr als 3000 Jahren begann der Mensch auch mit der Züchtung des Wildkohls , einem Kreuzblütler . Daraus entstanden unter anderem der Weißkohl und sein naher Verwandter, der Rotkohl sowie der Kohlrabi .
Gregor Mendel und die Pflanzenzucht
Der Augustinermönch Gregor Mendel experimentierte in seinem Klostergarten in Brünn vor allem mit Erbsen . Dabei wies er nach, dass äußere Eigenschaften einer Pflanze – etwa die Blütenfarbe – nach bestimmten Regeln vererbt werden. Er wurde so zum Begründer der klassischen, wissenschaftlich fundierten Pflanzenzucht.
Demgegenüber interessiert sich die moderne Pflanzenzucht zusätzlich vor allem auch dafür, wie eine Pflanze mit ihren Umweltbedingungen – Boden, Mineralstoffangebot oder Klima – zurecht kommt. So erforscht man beispielsweise von welcher Weizensorte sich das daraus gewonnene Mehl am besten zum Backen eignet.
Technik der Züchtung
In einem Pflanzenzuchtbetrieb gehört es zum Alltag, männlichen Blütenstaub gezielt auf die Narbe einer Mutterpflanze zu übertragen. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass sämtliche Eigenschaften der Eltern in der neuen Pflanze gemischt sind. Einzelne Merkmale lassen sich bei dieser Technik nicht herausselektieren. Zudem ist diese Form der klassischen Züchtung durch den Einsatz von Spezialgeräten aufwendig, langwierig und teuer. Dennoch wird sie noch immer zur Erzeugung von solchen Pflanzen angewandt, die einen hohen Ertrag versprechen sowie wenig Pflanzenschutzmittel und Wachstumsregulatoren benötigen.
Selektion erwünschter Eigenschaften
Um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten zu prüfen, werden gesunde Pflanzen mit kranken, vom Mehltau befallenen zusammen auf dem Feld ausgebracht. Mit den Pflanzen, die dabei nicht vom Mehltau befallen werden, arbeitet man weiter: Im Labor entfernt man diesen resistenten Organismen die Staubgefäße und bringt diese auf einem Nährmedium auf. Dort wachsen aus ihnen neue – gegen Mehltau unempfindliche – Pflanzen heran.
Gentechnik in der Pflanzenzucht
Auch beim Raps ist eines der Zuchtziele, Pflanzen zu erzeugen, die wenig Pflanzenschutzmittel und wenig Dünger benötigen und dennoch den gewünschten Ertrag erbringen. Zusätzlich zur konventionellen Züchtung greift dabei heute auch schon die Gentechnik ein: Anhand der aus den Pflanzen gewonnenen Erbsubstanz und der Elektrophorese der DNA kann man diagnostizieren und kontrollieren, ob das Zuchtziel erreicht wurde. Zudem ist es bei bestimmten Pflanzen – etwa der Kartoffel - inzwischen auch schon möglich, einzelne, artfremde Gene zu übertragen.





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