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Ländliche Feste - Brauchtum in Bayern


Martinslaternen

Wie man eine Laterne bastelt, zeigt die Abbildung . Sie wird aus Zeichenpapier geschnitten, bemalt und zusammengeklebt. Boden und oberer Ring werden aus doppeltem Karton geschnitten und die umgebogenen Dreiecke und der Draht der Kerzenspirale dazwischen geklebt. Das nächste Bild zeigt eine Stocklaterne; will man sie rund machen, muß man den Bleistift in die lange Fadenschlinge stecken und damit zwei flache Kreisbogen zeichnen. Nach dem Zusammenkleben kann man die Laternen mit Leinöl bestreichen, damit das Papier stark durchscheinend wird. Um die Laternchen vor dem Anbrennen zu schützen, kann man sie mit Wasserglas bestreichen.

Die einfachste Laterne besteht aus farbigem Pergamentpapier, 18 x 42 cm, in vier gleiche Rechtecke gefaltet. An der oberen und unteren Kante falten wir einen Bruch von 1 cm Breite, damit der quadratische Boden und der obere Rahmen daran festgeklebt werden können. Der Boden muß immer ein Luftloch haben, sonst flackert das Licht. Die Laterne wird verschönert, wenn man Gräser oder getrocknete Blätter daraufgeklebt.

Sehr hübsch sind Laternen aus gutem Zeichenpapier, das nach dem Bemalen mit Leinöl, dem ein Trockenmittel (Sikkativ) beigefügt wurde, bestrichen wird. Ob rund oder eckig, immer muß ein Falz zum Befestigen des Bodens und des oberen Randes stehenbleiben. Zum Bemalen nimmt man leuchtende Wasserfarben und wählt, der besseren Fernwirkung wegen, eine großflächige Bemalung.

Am bekanntesten sind die Laternen aus schwarzem Karton, aus denen große Flächen in klaren Formen herausgeschnitten und mit ein- oder vielfarbigem Transparentpapier hinterklebt worden sind.

Lichthalter macht man aus einer halben Garnrolle, die auf den Boden der Laterne geleimt wird. Das Loch wird vorher mit einer Raspel oder halbrunden Feile erweitert. Wachstropfen halten die Kerzen darin fest. Man kann auch aus einer alten Konservendose einen 4 cm breiten und 7 cm langen Streifen schneiden, am Längsrand dreimal einritzen und zu einer Röhre biegen. Von den umgebogenen Zungen werden zwei durch Schlitze in den Laternenboden gesteckt.

Größere Kinder können Faltlaternen machen, die allerdings nicht ganz einfach sind. Die einfachste Form ist aus dem gleichen Kreppapier, welches der Gärtner für seine Blumentopfmanschetten nimmt. In dieses Papier sind in gleichmädigen Abständen Rillen eingepreßt. Für die Faltlaterne muß das Papier acht Rillen lang und 22 cm breit sein. Man faltet das Ganze treppenartig auf, in dem man die Rillen als Bruch ausfaltet und dazwischen immer einen Bruch in entgegengesetzter Richtung legt.
Dann schneidet man einen runden Boden aus fester Pappe und einen Ring von 14 cm Durchmesser. Um den Boden zieht man das gefaltete Kreppapier so herum, daß die Enden zusammentreffen. Die erste und letzte Falte müssen nach innen zeigen. Die letzte Falte wird an dem Boden und die erste Falte an dem Papierring festgeklebt, ebenso klebt man das Kreppapier schmal übereinander. Nun fehlen noch ein Kerzenhalter und ein Henkel aus Draht.



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