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Frauen des Barockzeitalters (2) - Die Gelehrte - Anna Maria von Schurmann
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Inhalt Schauplatz für den Film über Anna Maria van Schurmann ist die kleine Stadt Franeker in Westfriesland, die im 17. Jahrhundert eine der wichtigsten protestantischen Universitäten beherbergte, die - nach Leiden - zweite Universität Hollands. Geboren wurde sie am 5. November 1607 in Köln, wohin schon ihre Großeltern von Antwerpen wohl aus Glaubensgründen geflüchtet waren. Später zog die Familie wieder nach Holland, ins fortschrittliche Utrecht , zwischendurch lebte die nicht sehr wohlhabende adlige Familie in der friesischen Universitätsstadt Franeker, um den zwei Brüdern Anna Marias ein kostengünstiges Studium zu ermöglichen.Anna Maria war voll in die Familienpflichten eingespannt, wohl aus Geldgründen verzichtete sie auf Heirat, über vierzig Jahre lang blieb sie im Haus der Mutter und pflegte dort auch noch Verwandte. Wie konnte sie so gebildet werden? Sie besuchte keine Schule, "durfte" aber mit den Brüdern am Hausunterricht teilnehmen. Sie war sicherlich eine sogenannte Hochbegabte. Von ihrem Vater lernte sie Latein und Französisch. In ihrem Lebensrückblick, den sie mit dem Anspruch einer Gelehrten selbstverständlich auf lateinisch verfasste, berichtet sie von weiteren Studien im Schlepptau der Brüder: Griechisch, Arithmetik, Geographie, Astronomie, Musik und Malkünste. Sie las alle griechischen und lateinischen Klassiker, entwickelte auch hohe Fertigkeiten in verschiedenen kunstgewerblichen Techniken. Ein glücklicher Umstand machte Anna Maria zu einer europaweit bekannten Frau. In Utrecht wurde 1737 eine neue Universität gegründet, der Gründungsrektor bat die damals schon stadtbekannte Anna Maria, ein Lobgedicht auf das Ereignis zu verfassen, in Latein. Sie wurde damit zu einer Art Maskottchen, zur Muse der neuen Lehranstalt. Um 1638 verfasste sie, durch den Briefwechsel mit einem Gegner des Frauenstudiums herausgefordert, eine " Dissertatio " zu diesem Thema, in der sie schon alle Argumente aufführte, die noch fast 300 Jahre lang unermüdlich wiederholt werden mussten, um den Zugang der Frauen zu formeller Bildung endlich zu ermöglichen. Menschenrecht, Gleichheit der Geschlechter vor Gott, die von Gott auferlegte Pflicht zur "Selbstverbesserung" des Menschen, waren ihre wichtigen Argumente. Eine seltsame Wende machte Anna Maria, als sie frei von familiären Pflichten endlich ihren eigenen Weg gehen konnte. Sie war ohne Familie und unverheiratet und schloss sich wohl deshalb der protestantischen Sekte der sogenannten Labadisten an. Mit dieser Sekte lebte sie vorübergehend auch in Deutschland und im damals noch dänischen Altona bei Hamburg. Anna Maria van Schurmann ist am 4. Mai 1678 in Wiewert gestorben. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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