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Sommerschloß
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Die Gärten des Max Emanuels


Fakten IV

Nymphenburg

Die ehemalige Hofmark Kemnaten wurde 1663 von Kurfürst Ferdinand Maria erworben und der Kurfürstin Henriette Adelheid zur Geburt des ersten Sohnes Max Emanuel geschenkt. Die Mutter des Kurfürsten ließ sich ein würfelförmiges Sommerschloß nach norditalienischem Vorbild bauen.

Die Pläne Max Emanuels gingen jedoch weiter. Ihm schwebte ein Sommerschloß à la Versailles vor den Toren seiner Residenz München vor. Nymphenburg, benannt nach antiken Quellgottheiten, sollte so gestaltet werden, daß es eine gesamte Hofhaltung in den Sommermonaten aufnehmen konnte.

Max Emanuel ließ ab 1701 den vorhandenen Schloßbau nach Entwürfen seines Hofbaumeisters Zucalli durch vier Pavillons mit arkadenförmigen Verbindungsbauten erweitern. Die Gestaltung des neu anzulegenden Gartens übernahm Charles Carbonet, ein Schüler André le Notres, des Schöpfers von Versailles. Krieg und Exil des Herrschers unterbrachen die Bauarbeiten, die 1715 wieder aufgenommen wurden. Jetzt konnte das Nymphenburger Kanalsystem vollendet und der Garten mit Wasserkünsten und den dazu notwendigen Pumpwerken ausgestattet werden. Skulpturen schmückten die Brunnen und zum Anziehungspunkt wurde das “Goldene Bassin” mit Figuren aus vergoldetem Blei. Der Springbrunnen im Parterre erreichte eine Höhe von 13 m. Gleichzeitig wurde das Schloß durch Neubauten (Marstall, Orangerie) erweitert.

Nymphenburg gliederte sich in einzelne Hauptabschnitte, die auf einem axialen und einem symmetrischen System basierten. Zunächst der Vorhof, in den die Zufahrtswege und als Mittelachse der Kanal von außen einmündeten. Dann folgte das Schloß, bestehend aus Einzelpavillons, die sich an den Garten anlehnten. Es folgte das Hauptparterre mit Bosketten . Die Bosketts wurden mit genügend Platz für Kugel - und Kegelspiele, Theater und andere Möglichkeiten höfischen Zeitvertreibs ausgestattet.

Der Mittelkanal war im Parterrebereich aufgehoben. Hinter dem Parterre wurde der Kanal fortgesetzt und mündete in eine Kaskade als point de vue . Dabei teilte der Wasserzug einen waldartigen Bereich, grand parc genannt. Schließlich leitete der Kanal in die Landschaft über.

Ab 1715 entstanden auch mehrere kleine Schlößchen, die nach französischem Vorbild im Parkbereich verstreut wurden und Platz für intime Aufenthalte und gelegentliches Alleinsein boten.




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