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Die stählerne Zeit - Die Not der Weber
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Inhalt Der halbstündige Film beleuchtet die wesentlichen Auslöser und Folgen der Industrialisierung im Bergischen Land am Beispiel dreier historischer Protagonisten. Mit Friedrich Engels senior (1796-1860) porträtiert der Beitrag einen wagemutigen, visionären Unternehmer, der 1841 in 1843 in Braunswerth bei Engelskirchen eine Textilfabrik nach englischem Vorbild gründet und binnen weniger Jahre zum größten Arbeitgeber der Region aufsteigt. Sein Sohn Friedrich Engels junior (1820-1895) entwickelt sich vom Augenzeugen und Chronisten des Arbeiterelends zum schärfsten Gegner jener Verhältnisse, die sein Vater selbst mitgestaltet und zu verantworten hat. Hermann Enters (1846-1940) schließlich ist der Sohn eines Heimwebers, der sich vergebens gegen die Industrialisierung stemmt und den Abstieg seiner Familie doch nicht verhindern kann. Um dem Elend und der Aussichtslosigkeit zu entkommen, kehrt Hermann Enters schließlich wie so viele seiner Zeit- und Schicksalsgenossen der Heimat den Rücken, um sich als Auswanderer in den Vereinigten Staaten eine Zukunft aufzubauen. Seine Lebenserinnerungen, die er 1922 in Milwaukee niederschreibt, bilden das Gerüst der dokumentarischen Spielhandlungen des Films. Thematische Aspekte Ab dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelt sich das Wuppertal zu einem Zentrum der Industrialisierung in Deutschland. Hier gründen Industriepioniere wie Friedrich Engels senior nach englischem Vorbild in rascher Folge Textilfabriken, die völlig neue Produktionsweisen einführen und das bislang agrarisch und handwerklich geprägte Sozialgefüge dauerhaft verändern. Da die Tuch- und Garnpreise aufgrund der kostengünstigen Massenherstellung immer schneller verfallen, verschärft sich der Existenzkampf der vielen traditionellen Heimweber drastisch. Sie können weder mit der Geschwindigkeit, noch mit der Qualität geschweige mit den Preisen der Industrieware konkurrieren. Als ihr ohnehin karger Verdienst zusehends schwindet, sind viele Heimweber gezwungen, ihre Selbständigkeit aufzugeben, um sich in das unentwegt wachsende Arbeiterheer der Fabriken einzureihen. Binnen weniger Jahre entsteht so in Städten wie Elberfeld und Barmen ein frühes Industrieproletariat, das in erbärmlichen Verhältnissen lebt. Während die Unternehmer riesige Gewinne einfahren, führen Mangelernährung, Krankheiten, extrem beengte Wohnverhältnisse, finanzielle Abhängigkeit, politische Bedeutungslosigkeit, Ausbeutung, miserable Arbeitsbedingungen und hygienische Missstände zu einer raschen Verelendung breiter Bevölkerungsschichten. Um das Überleben zu sichern, müssen alle Familienmitglieder, auch Frauen und Kinder, arbeiten. Dabei sind Arbeitszeiten von zwölf teilweise über 14 Stunden an sechs bis sieben Tagen pro Woche ohne geregelte Erholung oder Urlaub die Regel. Soziale Sicherungssysteme fehlen, wer krank wird oder zu alt zum Arbeiten ist, ist auf die Hilfe seiner Angehörigen angewiesen. Die Flucht in den Alkohol ist an der Tagesordnung. Ein besonderes Problem ist darüber hinaus die Not der Arbeiterkinder: Scharen minderjähriger Helfer schuftet tagein, tagaus unter haarsträubenden Umständen in den Fabriken. An ein kindgerechtes Aufwachsen, häusliche Fürsorge oder eine geregelte Ausbildung ist trotz Schulpflicht kaum zu denken. Unfälle, Auszehrung und die fehlende medizinische Versorgung fordern ihren Tribut: Ein Drittel der Kinder im Wuppertal stirbt aufgrund der schlechten hygienischen, ärztlichen und alimentären Bedingungen vor dem fünften Lebensjahr. Spätestens seit der Jahrhundertmitte stellt die Arbeiterproblematik für Gesellschaft, Politik, Unternehmertum und Kirche eine zunehmend dringliche Herausforderung dar. Die radikalste Antwort auf die „Soziale Frage“ der „stählernen Zeit“ formulieren Friedrich Engels junior und Karl Marx mit ihrem 1848 veröffentlichten „Kommunistischen Manifest“. Sie schließen eine evolutionäre, auf langsamem Interessenausgleich und demokratischem Wandel fußende Entwicklung aus und plädieren für eine revolutionäre Lösung. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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