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Der Maler Otto Dix - Eine Hand ist nicht nur eine Flosse
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1909: Besuch der Kunstgewerbeschule Die Schulleitung unter William Lossow wies den Neuling Otto Dix auf den üblichen Weg der Exerzitien. Bei Max Rade zeichnete er Ornament, bei dem zu Unrecht vergessenen Richard Mebert Blumen. Am einflussreichsten wirkte sich aber der Unterricht bei Richard Guhr aus. Der Bildhauer Guhr wendete sich erst später der Malerei zu, und zwar in einer Lasurtechnik, die der von Dix sehr nahe steht. Diese Duplizität der damals so selten geübten Lasurtechnik – Impressionismus und Expressionismus waren Epochen der Primamalerei – hat zu der irrtümlichen Annahme geführt, dass hier ein Lehrer-Schüler-Verhältnis besteht. An der Schule unterrichtete Guhr in figuralem Zeichnen nach Abgüssen und Modellen. Das Vorbild Guhrs bewirkte aber, dass sich Dix um 1912 gelegentlich als Plastiker versuchte. Neben verschollenen figuralen Gestaltungen entstand die getönte Gipsbüste Friedrich Nietzsches, dessen Philosophie den jungen Künstler seit 1911 entscheidend beeinflusste. Der Einfluß der Schriften Nietzsches bleibt bis in die Mitte der dreißiger Jahre auch in seinem Werke spürbar. Die Büste erwarb Paul Ferdinand Schmidt später für das Dresdner Stadtmuseum. Sie ging bei der Beschlagnahme der „entarteten“ Kunstwerke mit zu Grunde. Die phänomenale zeichnerische Begabung, die schon den Lehrer in der Volksschule des Geraer Vorortes Untermhaus hatte aufmerken lassen, machte Dix bald zu einem Vorzugsschüler der Anstalt. Seine Geschicklichkeit brachte ihm mancherlei ehrenvolle Aufträge ein. So schuf er das farbfrohe und expressive Plakat für den traditionellen Bauernball von 1914. Er gewann auch den Wettbewerb für ein Plakat des Zoologischen Gartens und für eine Postkarte des Kunsterziehertages in Leipzig. Eine Reihe der Bilder aus dieser Ära übersetzte Dix seit 1920 auch in die Form der Druckgrafik. Doch bewegte ihn jetzt nicht mehr der Holzschnitt mit seinem massiven Schwarz-Weiß-Kontrast der Flächen, wie es seiner expressionistischen Periode gemäß war. Die neue, realistische Aussage konzentrierte sich auf die Linie. So bediente er sich der Kaltnadelradierung, die jede malerische Wirkung ausschließt und die Linie hart und klar zur Geltung kommen lässt. |
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