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Otto Dix
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Der Maler Otto Dix - Eine Hand ist nicht nur eine Flosse


Inhalt

„Rebell, Provokateur, Schaulustiger, Sozialkritiker, Ja-Sager, Lebenssüchtiger, zynischer Militarist, Menschenverächter!“

Mit diesen Worten, die dem Maler Otto Dix gelten, beginnt der Film über einen faszinierenden Künstler unseres Jahrhunderts, der sich ungern in die Gruppe seiner Zeitgenossen einreihen ließ, einen Einzelgänger, dem die Kritiker nicht immer wohl gesonnen waren, und dessen Bilder im Dritten Reich verboten wurden.
Der Film bietet einen Überblick über Werke des Malers und Themen, die ihn bewegt haben.

1914 meldete sich Dix als Kriegsfreiwilliger wie die meisten jungen Männer seiner Generation. Sogar die Professoren teilten die Kriegseuphorie der Jugend, sahen sie doch in diesem Krieg ein Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit. Das, was Dix sah und erlebte, hielt er auf insgesamt 46 Feldpostkarten aus den Jahren 1915 bis 1918 fest. Der Krieg als Naturgewalt beschäftigte ihn viele Jahre seines künstlerischen Schaffens.
In allen seinen Schaffensperioden malte Otto Dix auch Portraits von Persönlichkeiten seiner Zeit wie auch von Mitglieder seiner Familie. Im Film werden u.a. das Bildnis der Tänzerin Anita Berber ( 1 2 ), das des Dichters Ivar von Lücken ( 1 2 ) und des Kunsthändlers Alfred Flechtheim ( 1 2 ) gezeigt.
Otto Dix gilt als der große Einzelgänger in der Kunstwelt der zwanziger Jahre. Ihn beschäftigten alle Facetten menschlichen Lebens und Leidens , Themen wie Krieg, Großstadt, Prostitution, Religion, Eros und Tod. Tabus stellte er in all ihren Schattierungen dar. „Ich habe vor den früheren Bildern das Gefühl gehabt, eine Seite der Wirklichkeit sei noch gar nicht dargestellt: das Hässliche.“
In der Kunstkritik heute wird vom strapazierten Blick und dem überforderten Fassungsvermögen des Betrachters gesprochen, Dix urteilte etwas anders.
Sein größtes Werk dieser Zeit, der „wilden zwanziger Jahre“, ist das Tryptichon „Großstadt“ ( 1 2 3 ), in dem er die Nachkriegsgesellschaft ( 1 2 3 ) in Berlin darstellte. Hier steht das Hässliche neben dem Schönen, das Oberflächliche neben dem Tragischen. Je extremer die Phänomene, die er sah, um so begehrter waren sie für seine Wahrnehmung.
Zehn Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, zwischen 1929 und 1932 malte er in Dresden das Kriegstryptichon. Ein Jahr nach Beendigung der Arbeiten an diesem Werk (1933) wurde er fristlos als Professor der Preußischen Akademie der Künste in Dresden entlassen.
260 seiner Werke wurden beschlagnahmt, ein Teil wurde in die Wanderausstellung „ Entartete Kunst “ aufgenommen. Danach hatte er Ausstellungsverbot.
Otto Dix zog sich in die innere Emigration an der Schweizer Grenze zurück, baute 1936 in Hemmenhofen am Bodensee ein Haus und lebte dort bis zu seinem Lebensende mit seiner Familie.
In Hemmenhofen suchte Otto Dix nach neuen Themen.
In verschlüsselter Form findet sich in diesen Bildern eine vehemente Zeitkritik. Trotzdem spricht man von einer Entwicklungs- und Arbeitskrise. Er konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Themen Landschaft , Portrait, Stillleben sowie auf biblische Themen .
Vom Kriegsgeschehen nahm er kaum Notiz. Er hatte Glück, dass er von den Nazis in Ruhe gelassen wurde. Gegen Ende des Krieges wurde er zum Volkssturm eingezogen und geriet für die nächsten eineinhalb Jahre in französische Gefangenschaft. Dort malte er ein Tryptichon für die Kapelle des Gefangenenlagers.
Zurück in Hemmenhofen veränderte sich sein Malstil und glich wieder mehr dem von der Zeit um 1920. Und wieder handelten seine Bilder vom Krieg und dessen Auswirkungen. Später dann wandte er sich lebensbejahenden Themen zu.
Der große Erfolg blieb Otto Dix nach dem Krieg verwehrt. Erst ab 1965 wurde seine Arbeit in Ost und West durch Ausstellungen, die Erteilung der Ehrenbürgerschaft verschiedener Städte und durch die Verleihung von Preisen gewürdigt, national wie auch international.
1969 verstarb Otto Dix nach einem zweiten Schlaganfall in Singen.



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