|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Dialekte in Bayern - 7. Zwischen Donau-Ries und Allgäu - Dialekte in Schwaben
|
|||
|
Inhalt Die Sendung nimmt mit auf eine Reise durch Bayerisch-Schwaben. Nach einem Überblick über den Dialektraum führt der Film zunächst nach Augsburg , wo – wie in allen größeren Städten – zunehmend weniger Dialekt gesprochen wird, zumal von Jugendlichen. Mittelschwaben, das lechrainische Gebiet und das nördliche Ries sind weitere Stationen auf dieser Reise, die im Allgäu endet, wo die Sprachgrenze zum Niederalemannischen verläuft. Der Lech , eine alte Herrschaftsgrenze und häufig als Trennlinie zwischen dem Schwäbischen und dem Bairischen gesehen, bildet zumindest nördlich von Augsburg bis zu seiner Mündung in die Donau eine klare Sprachgrenze : links des Lechs spricht man schwäbisch, rechts bairisch. So trennt der Fluss das Hääs vom Gwaund, das Giggerle vom Scherzl. Fährt man nach Norden und besucht den Rieser Krater , dann hört man dort durchgängig eine schwäbische Mundart. Nördlich des Ries allerdings findet man das Drei-Sprachen-Eck (Video offline, Hilfe zum Real-Player) , wo die drei Großdialekte Schwäbisch, Fränkisch und Bairisch aneinander stoßen. Südlich von Augsburg ist der Lech weit weniger eine klare Sprachgrenze. Westlich des Lechs, in Mittelschwaben , spricht man ganz klar Schwäbisch, doch im lechrainischen Gebiet zwischen Lech und Ammersee gibt es ein sprachliches Übergangsgebiet, in dem von West nach Ost die schwäbischen Sprachelemente stufenweise abnehmen, die bairischen Anteile entsprechend zunehmen. Der Film besucht den Mundartdichter Poldl Schuhwerk (Video offline, Hilfe zum Real-Player) in Türkheim, eine Laienspielgruppe (Video offline, Hilfe zum Real-Player) in Pfaffenhofen an der Roth und Dr. Barbara Sallinger in Krumbach, die Herausgeberin des „Heimatmagazins“. Dabei werden ganz unterschiedliche Bemühungen dokumentiert, den schwäbischen Dialekt hochzuhalten. Dies ist ein wichtiges Anliegen, haben doch Sprachwissenschaftler der Universität Augsburg herausgefunden, dass vor allem die Mittelschwaben in Bezug auf ihren Dialekt ein geringes Selbstwertgefühl haben. Sprachprestige ist eine Art Mode und abhängig von Faktoren wie der Wirtschaftskraft oder der touristischen und kulturellen Attraktivität einer Region. Zur Zeit der einflussreichen Fugger wurde Schwäbisch als schön und nachahmenswert empfunden – das ist heute oftmals nicht mehr so. Die Allgäuer dagegen sprechen ihre verschiedenen Dialekte mit Stolz. Im südwestlichen Allgäu stoßen wir auf eine klare Sprachgrenze – das Ostschwäbische wird vom Niederalemannischen abgelöst. Als Schwaben oder gar Alemannen fühlen sich die Allgäuer nicht, wenn schon dann eher als Bayern. Das erklärt auch, warum schwäbische Ausdrücke zunehmend durch bairische ersetzt werden. Diese Entwicklung wird von Sprachwissenschaftlern durchaus kritisch gesehen. So macht das Stüble der Stub’n Platz, die Alpe wird zur Alm und das Fleischküchle zum Fleischpflanzerl. Bedeutet dies nun einen Identitätsverlust für die Allgäuer oder ist es einfach eine natürliche Sprachentwicklung in einer mobilen Gesellschaft? Diese und andere Fragen beantworten Prof. Werner König, Dr. Edith Funk und Dr. Manfred Renn vom Bayerischen Sprachatlas für Schwaben an der Universität Augsburg sowie Brigitte Schwarz von der Merkdatei im Stadtarchiv Kempten. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
| © BR '2008 | ![]() |