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Jugend in der DDR (1)


Inhalt II
(Quelle: WDR; Autor: Alessandro Nasini)

Der Film zeigt die Jugendgeschichte von Sven Hüber und berichtet vom Erziehungs- und Schulsystem im kommunistischen Deutschland. 1964 in Görlitz geboren , gehört Sven Hüber zu der DDR-Generation, für die die Mauer und das geteilte Deutschland eine Selbstverständlichkeit, ja fast schon ein "Naturereignis", ist.

Im Film erinnert er sich an verschiedene Aspekte seiner Kindheit: Das lange Warten der Familie Hüber auf eine größere Wohnung in einer Plattenbausiedlung, Nachmittage bei den Pionieren und Schlangestehen an den Geschäften. Seine Erinnerungen werden mit DDR-Originalaufnahmen unterstützt und historisch eingeordnet. Gezeigt werden die Methoden des Ministeriums für Volksbildung, das die Aufgabe hatte, die Kinder auf den Sozialismus einzuschwören (das Bild zeigt Seven Hüber im Kindergarten). Eine Erziehung nach Moskauer Vorbild. Beispielsweise eröffnet die Staatsführung der DDR 1973 die Weltfestspiele der Jugend und Studenten, eine feierliche Massenveranstaltung, um Jugend und internationale Öffentlichkeit von der Nähe des Regimes zum sozialistischen Nachwuchs zu überzeugen.

Mit 14 Jahren geht Sven Hüber zur Jugendweihe , in der DDR eine reine Parteiveranstaltung. Ein Staatsakt, bei dem die "Erben des Sozialismus" in die Welt der erwachsenen "sozialistischen Persönlichkeiten" aufgenommen werden sollen. Damit ist die Kinder- und Pionierzeit abgeschlossen und die nächste Massenorganisation greift nach ihren neuen Mitgliedern. Auch Sven Hüber tritt in die FDJ ein. Als Schüler der Polytechnischen Oberschule, mit Abschluss Abitur, macht er eine klassische Erziehungskarriere in der DDR, inklusive Staatsbürgerkunde und Wehrkundeunterricht .

Nach der Schulzeit meldet sich Sven freiwillig zu den Grenztruppen und startet eine Offizierslaufbahn. Ein Dienst, der nur für ausgewählte Soldaten in Frage kommt. Schließlich ist die Grenze die Achillesferse des Landes. Die Partei ist von ihm überzeugt: Der junge Soldat sei eine "sozialistische Persönlichkeit" und die Staatserziehung sei damit abgeschlossen. Nach seiner vierjährigen Ausbildung setzt man ihn an der Berliner Mauer ein. Dort dient er zwei Jahre, bis zum Ende der DDR. Am 9. November 1989 platzt für den jungen überzeugten Sozialisten eine "Seifenblase". Der Grenzoffizier wird plötzlich nicht mehr gebraucht. Über Nacht gibt es die Mauer nicht mehr.

Im vereinigten Deutschland wird Hüber von Personalüberprüfungskommissionen des Bundesgrenzschutzes überprüft und übernommen. Heute arbeitet er im Bundesinnenministerium (das Bild zeigt ihn mit Minister Otto Schily).




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