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Ausgeplündert - "Arisierung" in Thüringen


Inhalt

Erfurt, 1935: Eine Kundin holt ihre Medizin wie immer in der Mohren-Apotheke . Vor dem Geschäft bekommt sie einen Zettel in die Hand gedrückt. „Sie sind soeben fotografiert worden, als sie beim Juden kauften! Ihr Bild kommt an den Pranger!" Bald darauf gibt die Apothekerfamilie Littmann auf. Die Kundschaft bleibt weg, die Krankenkassen zahlen nicht mehr, die Schulden häufen sich. Littmann verkauft die modernste Apotheke der Stadt weit unter Wert. Was ihm vom Geld bleibt, wird als „Judenabgabe" beschlagnahmt. Der Familie gelingt die Ausreise nach Amerika. „Ich kam als wohlhabender Mann nach Erfurt“ sagt David Littmann bitter, „und ging als ausgeplünderter Jude davon." Sein Sohn Gerard berichtet in der Sendung über die Ereignisse.

Der Film zeigt, wie die Juden in Thüringen ab 1933 systematisch ausgegrenzt, beraubt und außer Landes gezwungen wurden. Er schildert die Judenverfolgung vor dem Holocaust, als der Raub vor aller Augen in Städten und Gemeinden vonstatten ging. Fünf Fallgeschichten erzählen von Opfern, Tätern und der schweigenden Masse.

Die Autorin Ute Gebhardt beleuchtet erstmals die regionale Dimension der Judenverfolgung. Sie betrachtet auch Rückgabe und Entschädigung. Das Land Thüringen setzte 1945 ein Wiedergutmachungsgesetz in Kraft - das einzige in Deutschland. Dieser ernsthafte Versuch zur Rückgabe jüdischen Vermögens scheiterte - spätestens ab 1949. Die DDR fühlte sich für das Nazi-Unrecht nicht verantwortlich. Die Hoffnung vieler Holocaust-Überlebender auf Rückgabe des früheren Eigentums zerschlug sich. Was die NSDAP als „Reichseigentum“ betrachtete, war für die SED nicht selten „Volkseigentum“.

Quelle: MDR





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