|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Staatsarchive
|
|||
|
Inhalt Der Film beginnt mit Aufnahmen der Burg Lichtenau , einer alten Festung, die heute Staatsakten im Gesamtgewicht von 500 Tonnen beherbergt, oder, anders ausgedrückt, elftausendfünfhundert Regalmeter Akten aufbewahrt. Im nächsten Bild sehen wir das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München, das jährlich etwa 2.500 laufende Meter Akten zugeführt bekommt, die gesichtet und geordnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Hier befinden sich 3 Millionen Archivalien oder 40 Regalkilometer Akten und Dokumente. Der Film führt uns in den Repertoriensaal. Hier sitzen Besucher, die Auskunft suchen, sich Archivalien zur Einsicht vorlegen lassen und wissenschaftlich arbeiten. So macht hier ein kalifornischer Student Vorrecherchen für seine Doktorarbeit. Mühsam versucht er, Texte aus dem 18. Jahrhundert zu entziffern. In den Magazinen stehen geschützt zwischen dicken Betonwänden Metallregale, die die Archivalien beinhalten, darunter kostbarste Dokumente. In den folgenden Filmsequenzen werden Beispiele aus dem Bestand des Hauptstaatsarchivs gezeigt. Eine Urkunde vom 30. Juli 1125 bezeugt, daß Heinrich der Schwarze, Herzog von Bayern , dem Augustinerchorherrenstift Ranshofen alle seine Zehnten im Gau Ranshofen schenkt. Zur damaligen Zeit wurde die Unterschrift unter eine Urkunde durch ein Siegel, in diesem Fall durch das herzogliche Reitersiegel , das besonders schön erhalten ist, ersetzt. Aus den Jahren 1166 - ca. 1196 ist der Falkensteiner Kodex erhalten. Der Text ist eine einmalige Quelle für die Geschichte eines hochmittelalterlichen Adelsgeschlechtes. Der Graf von Falkenstein wollte Kaiser Friedrich Barbarossa auf einem Italienfeldzug begleiten und ließ vorher sein Testament festlegen. Darin wird die Verwaltung seines Besitzes geregelt, ergänzt mit Zeichnungen seiner Burgen und Abbildungen seiner Familie. Im Jahre 1510 starb im Kloster Berchtesgaden der Abt. Vier Monate zog ein Bote mit der Nachricht des Todesfalls von Kloster zu Kloster. Auf einer langen Rolle finden wir 74 Eintragungen über den Erhalt der Nachricht. Dem prominenten Todesfall angemessen wurde die Nachricht mit einer besonders schönen Abbildung verziert. Dieses Dokument wird vor der Kamera aufgerollt, beeindruckend ist die Zahl der Empfangsbestätigungen. Die Goldene Bulle von 1356. Sie ist das Grundgesetz des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation", das von Kaiser Karl IV. im Jahr 1356 erlassen wurde. Dies Grundgesetz bestimmte bis zum Ende des Reiches 1806 das Verfassungsleben. Seinen Namen erhielt das Dokument von seinem Siegel , das aus reinem Gold gefertigt wurde. Wir sehen in der Mitte den Kaiser auf seinem Thron, Zepter und Reichsapfel in den Händen, rechts und links von Wappen umgeben. Der Große Brandbrief vom 25. November 1374 wird mit seinen 142 Siegeln als "Igel" bezeichnet. Die Herzöge von Bayern und die Großen des Herzogtums verpflichten sich zusammen mit Land und Leuten zum Verzicht auf das "brennen ... in offenn kriegen" und treffen verschiedene Anordnungen gegen Mordbrenner, Straßenräuber und Diebe. Statt Unterschriften finden wir 142 Siegel, die am Dokument befestigt sind. Ein besonderes Schmuckstück aus dem Bestand ist Napoleons Bestätigung des Vertrages von Brünn vom 10. Dezember 1805. Als Belohnung für geleistete Dienste im 3. Koalitionskrieg erhält Bayern Gebietserweiterungen zugesprochen und wird zum Königreich erhoben. Die Urkunde mit der eigenhändigen Unterschrift des Kaisers liegt in einer blauen Samtmappe, die mit wunderschönen Goldstickereien verziert ist und das Siegel Napoleons trägt. Bayern wird Königreich von Napoleons Gnaden. Der Film zeigt uns das Bild des Grafen Maximilian von Montgelas , der seit dem Jahr 1799 der Außen-, Innen- und Finanzminister des neuen Staates war. Er sorgte dafür, daß eine im ganzen Land gleich ausgeübte, zentralistisch gelenkte Verwaltung aufgebaut wurde. Die Trennung von Kirche und Staat führte auch auf dem Gebiet der bestehenden Archive zu schweren Einbußen der von der Säkularisation betroffenen Klöster und Bistümer. Wir sehen einen Plan des Archivs aus dem Kloster Benediktbeuren. Hierher kam im Jahr 1803 aus München ein Archivar und suchte sich aus dem 400 Jahre lang angewachsenen Bestand all das heraus, was er für wichtig befand, um es nach München in "staatlichen Gewahrsam" schaffen zu lassen. Und ähnlich wurden in anderen Klöstern die geistlichen Archive zerrissen, hunderttausende von Urkunden und Akten wurden in die Hauptstadt gebracht. Heute, so berichtet der Film, versucht man, die gewachsenen Bestände wieder zusammenzuführen. So wurden kürzlich dem Staatsarchiv Augsburg 80.000 Urkunden und ein Kilometer Aktenmaterial zurückgegeben. Aus dem Archiv Kempten sehen wir Bilder von bereits wieder zusammengeführten Archivalien, die nun wieder in der alten Ordnung und Reihenfolge nebeneinanderstehen. Auch aus unserem Jahrhundert bringt uns der Film Beispiele von wichtigen und wertvollen Dokumenten. Vom 7. November 1918 ist der handschriftliche Entwurf Kurt Eisners für die Proklamation "An die Bevölkerung Münchens" erhalten. Der Ausbruch der Revolution bedeutete das Ende der Monarchie in Bayern. Ein Detail zeigt in Eisners Hand den Hochruf auf den neuen Freistaat. Und ein weiteres sehr brisantes Papier wird vorgestellt. Es ist das Verzeichnis der anläßlich des Putschversuches in der Nacht vom 8./9. November festgenommenen und inhaftierten Personen vom 13. November 1923 . Als dritte Person in der Liste steht: Hitler, Adolf, led. Kunstmaler, österreichischer Staatsangehöriger. Neben diesen zahlreichen Beispielen von Aufbewahrung und Sicherung von Archivgut zeigt der Film auch, wie wichtig die Erhaltung von Unterlagen für künftige Generationen ist. Wir sehen die großen Magazine, in denen bei sachgerechter Lagerung, bei angemessener Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Bestände aufbewahrt werden. Wir erhalten Einblick in die Restaurierungswerkstatt, in der wir bei der "Papier-Anfaserung" und bei der Restaurierung alter Wachssiegel zuschauen können. Neben der ständigen Übernahme von Akten der bayerischen Behörden werden den Staatsarchiven immer wieder Nachlässe übereignet. Im Film erklärt ein Archivar, nach welchen Kriterien ein Nachlaß erst einmal gesichtet wird. Alles Schriftgut wird eingeteilt in Korrespondenz, Manuskripte, persönliche und familiäre Unterlagen, Tagebücher und evtl. Sammlungen. Die Auslese wird dann nach dem Grad des Informationswertes so objektiv als möglich vorgenommen. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv erhält jährlich 2500 Meter neue Urkunden und Akten. Was heute passiert, ist morgen schon Geschichte. So wachsen die Bestände täglich an, und so endet der Film mit Bildern, auf denen auf einem Rollwagen wieder neue Aktenberge angeliefert werden. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
| © BR '2010 | ![]() |