BR-online (zur Startseite)
Bayerischer Rundfunk

BR-Navigation

SFo
SFo
SFo SFo
SFoSFo
Schulter
SFo SFo SFoSFo
SFo SFo SFo
SFo SFo SFo
BR-ONLINE
 

vorbemerkung
inhalt
fakten
lernziele
didaktik
materialien
anregungen
arbeitsblaetter
literatur

ars poetica - 2. Friedrich Christian Delius


Inhalt

Informationen zur Sendereihe

Die Reihe ars poetica ist eine Kooperation zwischen BR-alpha und der Universität Regensburg. Jede Folge ist einem bedeutenden Autor oder einer Autorin der deutschen Gegenwartsliteratur gewidmet, die sich in ihrem privaten Umfeld beim Schreiben über die Schulter schauen lassen.

Im Zentrum der jeweils halbstündigen Annäherungen mit Kamera und Mikrofon stehen neben biografischen Elementen und einem knappen Werküberblick vor allem die stilistischen Eigenheiten und narrativen Strategien des portraitierten Schriftstellers. Interviews, ausgewählte Textpassagen und exemplarische Interpretationen skizzieren seine Arbeitsweise. Dabei versuchen die Beiträge stets, auf wesentliche Fragen der literarischen Produktion zu antworten:
· Wie ist der Schreibprozess organisiert, wodurch wird er angestoßen, was fördert, was hemmt ihn?
· Wie wichtig ist der erste Satz eines Romans?
· Wie sind Leben und Werk, wie sind Dichtung und Realität verzahnt?
· Was macht den individuellen Schreibstil aus, wodurch und warum entsteht der unverwechselbare Ton eines Autors?

So führt die Sendereihe letztlich nicht nur an das Werk und die Persönlichkeit eines einzelnen Schriftstellers heran. Sie eignet sich darüber hinaus als Annäherung an das, was Literatur, was die ars poetica eigentlich ist: Die künstlerische Auseinandersetzung mit Sprache und den immer wieder veränderten, immer wieder neu definierten und neu gewagten Möglichkeiten des Erzählens.


Informationen zum Stilportrait F. C. Delius

"In der mittleren Generation der heute fünfzigjährigen Autoren, für die die Studentenbewegung zum Initial ihrer politischen Orientierung, aber auch ihres literarischen Entwicklungsweges wurde, ist der 1943 in Rom geborene F. C. Delius eine der markantesten Erscheinungen. Das gilt unter mehreren Aspekten: Wenige Autoren haben sich so entschlossen in eine sich verändernde politische Öffentlichkeit eingebracht wie Delius. Wenige Autoren haben das künstlerische Spektrum literarischer Gattungen und Ausdrucksmöglichkeiten so entschieden und souverän ausprobiert und innovativ erweitert. Er ist, wie sein umfangreiches lyrisches Werk bezeugt, nicht nur einer der repräsentativen Poeten seiner Zeit und als solcher weithin anerkannt, sondern zugleich ein wichtiger politischer Romancier. Er hat die Form der Dokumentar-Satire vor allem in seiner Festschrift Unsere Siemens-Welt begründet und damit politisches Engagement aus dem Umfeld theoretischer Programmatik befreit und zum literarischen Analyse-Instrument gesellschaftlicher Mißstände werden lassen. Er hat seine eigene Sozialisation in einer weithin anerkannten autobiographischen Erzählung Der Sonntag , an dem ich Weltmeister wurde aufgearbeitet und die komplizierten Verwerfungen der "deutschen Wende" in zwei eindrucksvollen Prosaarbeiten Die Birnen von Ribbeck und Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus überzeugend auf den "poetischen Begriff" gebracht. "
Manfred Durzak, Hartmut Steinecke (Hrsg.): F. C. Delius. Studien über sein literarisches Werk. Tübingen 1997.

Als "Seismograph der deutschen Gegenwart", als gewitzter Realsatiriker und engagierer Lyriker setzt sich Delius seit mehr als 40 Jahren mit der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Wirklichkeit der Bundesrepublik auseinander. Zur breiten Palette "typischer" Delius-Themen gehören: "Arbeitslosigkeit und Globalisierung, Nazimentalität und Ausländerhass, Weltmeisterglaube und Korruption, Preußen-Nostalgie und ökonomische Ersatzreligion, Historikerstreit und Walser-/Bubis-Debatte, 68er-Generation und RAF, Fernsehen und neue Medien, Wiedervereinigung und Einheitsgewinnler. Stets benennt er, die Realität literarisch aufarbeitend, "Missstände, die in der bundesrepublikanischen Gesellschaft Anlass gaben zu Skepsis und Ärger, Unbehagen und Polemik, Depression und Revolte. "(Die Zeit, 16.10.2003)




Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)!
Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)!
  © BR '2010 SFo