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ars poetica - 1. Uwe Timm


Inhalt


Informationen zur Sendereihe

Die Reihe ars poetica ist eine Kooperation zwischen BR-alpha und der Universität Regensburg. Jede Folge ist einem bedeutenden Autor oder einer Autorin der deutschen Gegenwartsliteratur gewidmet, die sich in ihrem privaten Umfeld beim Schreiben über die Schulter schauen lassen.

Im Zentrum der jeweils halbstündigen Annäherungen mit Kamera und Mikrofon stehen neben biografischen Elementen und einem knappen Werküberblick vor allem die stilistischen Eigenheiten und narrativen Strategien des portraitierten Schriftstellers. Interviews, ausgewählte Textpassagen und exemplarische Interpretationen skizzieren seine Arbeitsweise. Dabei versuchen die Beiträge stets, auf wesentliche Fragen der literarischen Produktion zu antworten:
· Wie ist der Schreibprozess organisiert, wodurch wird er angestoßen, was fördert, was hemmt ihn?
· Wie wichtig ist der erste Satz eines Romans?
· Wie sind Leben und Werk, wie sind Dichtung und Realität verzahnt?
· Was macht den individuellen Schreibstil aus, wodurch und warum entsteht der unverwechselbare Ton eines Autors?

So führt die Sendereihe letztlich nicht nur an das Werk und die Persönlichkeit eines einzelnen Schriftstellers heran. Sie eignet sich darüber hinaus als Annäherung an das, was Literatur, was die ars poetica eigentlich ist: Die künstlerische Auseinandersetzung mit Sprache und den immer wieder veränderten, immer wieder neu definierten und neu gewagten Möglichkeiten des Erzählens.


Informationen zum Stilporträt Uwe Timm

Uwe Timm ist nicht nur einer der bekanntesten und erfolgreichsten, sondern ganz sicher auch einer der vielseitigsten deutschen Gegenwartsautoren. Sein Werk umfasst neben Romanen, Erzählungen und Essays auch Drehbücher und Regiearbeiten, Gedichtbände, Hörspiele sowie preisgekrönte Kinder- und Jugendbücher.

Den Durchbruch erzielte Timm 1974 mit seinem Debütroman "Heißer Sommer", der erstmals die Motive, Hintergründe und Befindlichkeiten der Studentenbewegung erzählerisch aufarbeitet. Seither gilt er als „68er-Schriftsteller“, der immer wieder typische Vertreter dieser Generation literarisch portraitiert und ihre Geschichte in die Gegenwart fortschreibt. Die Kritikerin Martina Scherf würdigte ihn deshalb als „Seismographen, der den Verwerfungen der deutschen Geschichte literarisch nachspürt“ und dessen Figuren stets „für einen ganz bestimmten Zustand der Gesellschaft“ stehen.“ (Süddeutsche Zeitung, 2.10.2008)

Neben politischen Themen wie Revolution, Resignation und dem Scheitern von Utopien stehen jedoch vor allem alltägliche, vitale, existenzielle Themen im Vordergrund: Fragennach dem Sinn des Leben, das Altern, Liebe und Tod.

Ein wesentliches Kennzeichen seines Schreibens ist dabei sicherlich die thematische und stilistische Wandlungsfähigkeit eines Autors, der sich auf eine offensichtlich fortwährende Suche nach neuen Schreiberfahrungen und damit auch neuen Schreibwegen begeben hat. So ist Uwe Timm aller gesellschaftlichen und politischen Themen ungeachtet vor allem eins: ein leidenschaftlicher, facettenreicher und immer wieder überraschender, schreiblustiger Erzähler, „ein fantasievoller Erfinder von Geschichten, von originellen Typen, überraschenden Plots, die manchmal etwas gewaltsam aufgefädelt sind, zunächst oft leicht daher kommen, aber letztlich nicht eines ernsten, hintergründigen Sinns, gar philosophischer Nachdenklichkeit, entbehren.“ (Horst Haase, Neues Deutschland, 30.03.2005)




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