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Die dritte Lebensphase - Alte Menschen in unserer Gesellschaft
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Fakten I Altern in Deutschland In Deutschland wird die Alterspyramide immer “kopflastiger”, die Lebenserwartung steigt, die Geburtenrate sinkt. Dadurch nimmt die Zahl der alten Menschen immer mehr zu. Lag bei uns um 1900 die Lebenserwartung bei 45 Jahren, so liegt sie heute bei 76 Jahren. Lag 1965 in den alten Bundesländern die durchschnittliche Zahl der Lebendgeburten je Frau bei 2,5, so fiel sie bis 1998 auf knapp unter 1,5 ab. Man rechnet damit, dass die Bevölkerung in Deutschland von momentan ca. 82 Millionen auf etwa 70 bis 75 Millionen bis zum Jahr 2030 absinkt, wobei es doppelt so viel Alte wie Menschen unter 20 Jahren geben wird. · 1910 betrug der Anteil der über 65jährigen 5%, · 1989 betrug der Anteil der über 65jährigen 21%, · 2030 wird der prognostizierte Anteil der über 65jährigen 32% betragen. Hier ein Blick auf den Anteil der 65jährigen an der Bevölkerung in anderen Weltregionen. Die Zahl der Hochbetagten in Deutschland wird ebenfalls stark zunehmen: · 1950 gab es 352 Hundertjährige (alte Bundesländer), · 1992 gab es 3.960 Hundertjährige, · 1999 gab es 5.000 Hundertjährige, · 2030 soll es über 50.000 Hundertjährige geben. Zur Bezeichnung dieser Bevölkerungsgruppe schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Einteilung vor: · 60–75 Jahre: ältere Menschen · 75–90 Jahre: Alte · über 90 Jahre: Hochbetagte · 100 und mehr Jahre: Langlebige Neben den obigen Bezeichnungen trifft man immer wieder auf Begriffe wie “neue Alte”, “junge Alte”, “aktive Alte” oder “alte Alte”. Senioren und Politik Geht man von der steigenden Lebenserwartung der Senioren aus, so ist es verständlich, dass sie schon rein zahlenmäßig eine starke Wählergruppe bilden, die von den Parteien umworben wird. 1989 wurde die “Seniorenpartei” “Die Grauen” gegründet, die der seit 1975 existierenden überparteilichen Selbsthilfeorganisation “Senioren-Schutzbund Graue Panther” nahesteht. Daneben gibt es zahlreiche Senioren-Organisationen, z.B. die “Senioren-Union” (CDU/CSU), die Arbeitsgemeinschaft “SPD 60 plus”, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und den Bayerischen Landesseniorenrat. Senioren und Wirtschaft Den alten Menschen aus der “Aufbaugeneration” geht es heute finanziell so gut wie keiner Seniorengeneration zuvor. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung betrug 1995 das Nettoeinkommen eines bayerischen Zwei-Personen-Haushaltes von Rentnern mit geringem Einkommen ca. 2.700 DM. Im Schnitt verfügte ein Ehepaar – Rente und Betriebsrente zusammengerechnet – in Westdeutschland über 3.632 DM, in Ostdeutschland über 3.118 DM. Pensionierte Beamte waren besser gestellt als ehemalige Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft. Wie sich die Haushaltseinkommen in Deutschland nach Altersgruppen zusammensetzen zeigt die Alters Survey-Graphik von 1996. Die über 65-Jährigen besitzen heute rund ein Viertel des vorhandenen Geld- und Grundvermögens in Deutschland. Diese Bevölkerungsgruppe bildet daher für die Wirtschaft eine attraktive Zielgruppe , vor allem im Pharma- sowie im Freizeit- und Tourismusbereich. Senioren und Bildung Auch Bildungsinstitutionen wie zum Beispiel die Volkshochschulen stellen sich auf die Bedürfnisse nach geistigen und körperlichen Aktivitäten ein. Senioren und Lebensgestaltung Auch wer gesund und finanziell abgesichert, hat häufig Schwierigkeiten mit dem Übergang in den dritten Lebensabschnitt. Ähnlich wie ein Schüler, der in der Berufsfindungsphase steht, sollte sich ein älterer Mensch rechtzeitig über seine weitere Lebensgestaltung Gedanken machen. Dabei helfen unter anderem firmeninterne Informationsveranstaltungen. Staat, Kirchen und freie Träger fördern und unterstützen Projekte, in denen Eigenverantwortlichkeit, Selbsthilfe und Möglichkeiten zum Engagement betont werden. Dabei werden drei mögliche Gestaltungsformen unterschieden: · Selbsthilfe: ich für mich; · Gruppenaktivitäten: ich für mich mit anderen zusammen; · bürgerschaftliches Engagement: ich für mich mit anderen zusammen und für andere. Einrichtungen wie Kirchengemeinden, Alten- und Servicezentren der Wohlfahrtsverbände, Seniorenbörsen etc. sind erste Anlaufstellen, die Senioren informieren, Aktivitäten anbieten oder Kontakte vermitteln (z.B. der Verein “Aktivsenioren e.V.” ehemalige Führungskräfte aus der Wirtschaft an jüngere Unternehmer). Die Lebensgestaltung hängt jedoch auch von der geistigen und körperlichen Konstitution ab. Die meisten alten Menschen möchten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben und ihr Leben selbst gestalten. Rund 80 % der älteren Senioren versorgen sich noch selber, die Hälfte von ihnen mit Lebenspartner. Zur Unterstützung dieser Lebensform gibt es den Service der offenen Altenhilfe, der ambulanten sozialen Pflegedienste, “Essen auf Rädern” usw. 20% leben bei Angehörigen oder in einem Heim. Das durchschnittliche Heimeintrittsalter in den staatlichen Alten- und Pflegeheimen liegt heute bei 86 Jahren. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung kann man sagen, dass die Zukunft dem Alter gehört. In Untersuchungen wird die These aufgestellt, dass die zukünftigen Senioren durch ihre günstigen Bildungsbiographien bessere Chancen für die Bewältigung ihres Lebens im Alter haben werden. |
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