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09.02.2010


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Finanzen + Vorsorge Was die gesetzliche Rente noch wert ist

Rente erst mit 67 Jahren, sinkendes Rentenniveau und die Finanzkrise, in der angelegtes Geld sich in Luft auflöst - die Verunsicherung, ob man im Alter genug Geld zum Leben haben wird, wächst. Dennoch wird die gesetzliche Rente für viele nach wie vor den Großteil des Alterseinkommen ausmachen.

Von Christine Bergmann
Stand: 15.10.2008

Was die gesetzliche Rente noch wert ist

96 Prozent der Bevölkerung haben ein Konto bei der gesetzlichen Rentenversicherung, in den neuen Bundesländern sind es sogar fast 100 Prozent. Der Kontostand auf dem eigenen Rentenkonto hängt davon ab, wie viel man eingezahlt hat und wie lange man plant, noch zu arbeiten.

Trotz der Zunahme von privater Vorsorge und mancher Diskussion darüber, ob die Renten sicher seien, bleibt die gesetzliche Rente die wichtigste finanzielle Sicherung im Alter. Dazu sagt Theo Pischke von der Zeitschrift "Finanztest": "Bei den derzeitigen Rentnern ist es so, dass etwa 85 Prozent ihres Einkommens im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung kommen, fünf Prozent aus der betrieblichen Vorsorge und zehn Prozent aus dem Altersvermögen, das angespart worden ist."

Problemfälle

Für Arbeitslose werden die Beiträge zur Rentenversicherung im ersten Jahr von der Arbeitslosenversicherung eingezahlt und danach vom Staat. Für jedes Jahr, das ein Arbeitnehmer arbeitslos ist, erhöht sich die Rente gerade einmal um 2,17 Euro. Dazu Franz Ruland: "Bei den Langzeitarbeitslosen besteht die ganz große Gefahr, dass sie auch im Alter auf die Grundsicherung angewiesen sein werden. Ich glaube, dass hier der Gesetzgeber dringend handeln müsste, um bei den Langzeitarbeitslosen Abhilfe zu schaffen."

Auch Alleinerziehende und geringer verdienende Selbstständige müssen mit sehr niedrigen Renten rechnen. Alleinerziehende arbeiten wegen ihrer Kinder meist Teilzeit, können also ihr Rentenkonto nur wenig auffüllen. Auch kleinere Selbstständige, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen müssen und es wegen ihres geringen Einkommens auch nicht schaffen, privat vorzusorgen, werden im Alter häufig auf die Grundsicherung, also staatliche Unterstützung, angewiesen sein.

Sicher, aber sinkend

Rentner rechnet

Bildunterschrift: Mit weniger Geld haben die Rentner der Zukunft wohl zu rechnen.

Gespartes Geld kann man - je nach Anlageart - schnell verlieren - zum Beispiel in einer Finanzkrise, wie sie derzeit herrscht. Das System der gesetzlichen Rentenversicherung ist dagegen relativ krisensicher: "Der Rentenversicherung droht kein Verlust des Kapitals, weil sie im Umlageverfahren finanziert wird. Die Rentenversicherung finanziert sich aus den Beiträgen, die in diesem Jahr eingezahlt werden, die werden im gleichen Jahr wieder ausgekehrt", erklärt Franz Ruland, früherer Geschäftsführer des Verbands der deutschen Rentenversicherungsträger. Wo keine Rücklagen gebildet werden, können also auch keine verloren gehen.

Ein längerer Abschwung würde die Lage verschlechtern

Rentnerpaar

Obwohl eine Finanzkrise der Sicherheit der Renten nichts anhaben kann, würde ein längerer wirtschaftlicher Abschwung auch auf die Renten Einfluss haben: Bei steigender Arbeitslosenquote fließen geringere Beiträge in die Rentenversicherungen - und das kann Rückwirkung auf die Absicherung des Einzelnen haben.

Aussichten auf eine gute Rente haben all diejenigen, die lange hohe Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben - ohne länger arbeitslos gewesen zu sein, und ohne länger als drei Jahre für die Kindererziehung pausiert zu haben.

Tipps für Mini-Jobber

Alle, die geringfügig verdienen auf 400-Euro-Basis, sind nicht rentenversicherungspflichtig. Der Arbeitgeber aber zahlt dennoch einen Pauschalbetrag von 15 Prozent ein. Wer nun als Mini-Jobber auf seine Versicherungsfreiheit verzichtet und selbst die fehlenden 4,9 Prozent zum Beitragssatz von 19,9 Prozent zahlt, ist pflichtversichert. "Das ist in der gesetzlichen Rentenversicherung die günstigste Variante an Beiträge, an Pflichtbeiträge zu kommen, um auch hier wegen der Erwerbminderungsrente abgesichert zu sein", sagt Claudia Kohls, Beraterin der Rentenversicherung in München.

Zwei Rentnerinnen auf einer Bank

Bildunterschrift: Fröhliche Rentner? Jetzt gibt es sie noch.

Das Rentenniveau liegt derzeit bei rund 67 Prozent, das bedeutet aber keineswegs, dass man als Durchschnittsrentner 67 Prozent des vorherigen Einkommens als Rente ausgezahlt bekommt: Diese Prozentzahl bezieht sich auf den sogenannten "Eckrentner". Dieser Idealrentner hat 45 Jahre Beiträge aus seinem Durchschnittseinkommen in die Rentenkasse eingezahlt. Allerdings kommt kaum jemand auf 45 Jahre Einzahlung. Das Rentenniveau gibt nun an, wie hoch die Eckrente im Vergleich zum aktuellen Durchschnittsentgelt der Versicherten ist. Viele Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau in den kommenden Jahren weiter fallen wird. Und zwar unter den Durchschnitt anderer Industrieländer, so eine OECD-Studie aus dem vergangenen Jahr.

Rendite je nach Geburtsjahr

19,9 Prozent des Bruttolohns gehen jeden Monat an die Rentenversicherung, die Hälfte zahlt der Arbeitnehmer, die andere Hälfte der Arbeitgeber. Das sind bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 30.000 Euro 5.970 Euro.
Berichte über negative Renditen bei der gesetzlichen Rentenversicherung kommen immer wieder auf. Dazu sagt Theo Pischke von "Finanztest": "Wir haben festgestellt, dass ein Mann, der dieses Jahr in Rente gegangen ist, auf Basis eines durchschnittlichen Einkommens 45 Jahre eingezahlt hat und seine Rente noch 17 Jahre genießen wird, eine Rendite von 3,5 Prozent bekommt. Bei den Frauen ist die Rendite sogar noch geringfügig höher - 4,1 Prozent. Das gilt für den Jahrgang 1943. Beim Jahrgang 1965 sieht es dann schon um einiges schlechter aus. Ein Mann kann dann mit einer Rendite von 2,6 Prozent rechnen, eine Frau mit 3,2 Prozent."


Einmal pro Jahr kommt die Renteninformation

Frau mit Schreiben der Rentenversicherung

Bildunterschrift: Schreiben der Rentenversicherung: Lücken im Versicherungsverlauf sollte man klären lassen.

Wie es um die eigene Rente steht, erfährt man einmal im Jahr: Alle, die das 27. Lebensjahr vollendet haben und bereits in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, bekommen einmal im Jahr ein Schreiben der Rentenversicherung - die sogenannte Renteninformation. Darin steht die Prognose, wie hoch die eigene Rente ausfallen wird, wenn man weiterhin in der gleichen Höhe einzahlt. Dazu ist es wichtig, dass der Rentenversicherung alle Daten vorliegen - also die genaue Dauer der Ausbildungszeiten, Kindererziehungszeiten und der Verlauf der Berufstätigkeit.

Bei Lücken: in die Beratungsstelle

Service

Kostenloses Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung: Tel. 0800 / 10 00 48 00, montags bis donnerstags 7.30 bis 19.30 Uhr, Fr 7.30 bis 15.30 Uhr. Internet: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

Wer die Renteninformation bekommt und im mitgeschickten Versicherungsverlauf Lücken entdeckt, sollte sein Rentenkonto klären lassen - und zwar bei einer der Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Die Beratungsstellen findet man entweder über das Internet oder unter der kostenlosen Service-Nummer. Keine Angst vor dem Papierkrieg: Die Mitarbeiter der Beratungsstellen helfen auch beim Ausfüllen der Formulare.

Weiter mit: Richtig "riestern", aber wie?
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