21.11.2009
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Die sexuelle Befreiung der 68er brachte es mit sich: Schriftsteller und Kritiker mussten neu klären, wie sich Literatur und Pornografie zueinander verhalten. Gerhard Zwerenz schrieb damals ein ganzes Buch zum Thema - Roger Behrens kommentiert das aus heutiger Sicht.
Im April 1971 veranstaltete das P.E.N.-Zentrum einen Kongress in Nürnberg zum Thema „Pornographische Literatur“. In der Meistersinger-Halle diskutierten Autoren wie Heinrich Böll, Hermann Kesten oder der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich vor einem großen Publikum über das Verhältnis von literarischen und pornographischen Werken. Es ging um Fragen der Zensur, der Definition und Abgrenzung. Leonhard Reinisch fasste die Ergebnisse der Tagung für das Nachtstudio zusammen und dokumentierte in seiner Sendung einige Vorträge der Teilnehmer, darunter eine Lesung von Gerhard Zwerenz.
Der 1925 in Sachsen geborene Schriftsteller Zwerenz las in Nürnberg eine literarische Wortmontage zum Thema Pornographie und Literatur. Sein Text spielt mit dem Begriff der Pornographie und verknüpft ihn mit politischen und gesellschaftlichen Themen wie dem Vietnamkrieg oder der sexuellen Befreiung der 68er-Bewegung. Im Jahr 1971 veröffentlichte Gerhard Zwerenz auch das Buch Bürgertum und Pornographie. 106 Fußnoten.
Auf Zwerenz’ Wortmontage bezieht sich Roger Behrens, geb. 1967. Er lebt als Kulturwissenschaftler und freier Autor in Hamburg. Dort ist er auch Mitarbeiter des freien Radiosenders FSK. Roger Behrens ist als Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten tätig und veröffentlichte zahlreiche Bücher zu philosophischen und kulturtheoretischen Fragestellungen, zuletzt den Band Kulturindustrie (2004).