21.03.2010
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Stand: 08.02.2010
Ein außerordentliches Werk
Das Hörbuch mit der 14-teiligen Hörspielfassung der Chronik der Gefühle (BR 2009), die Karl Bruckmaier erarbeitete und inszenierte, wurde in der Kategorie Beste Fiktion von einer achtköpfigen Jury mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Erschienen ist das Werk als Hörbuch-Edition auf 14 CDs im Antje Kunstmann Verlag.
Die Ursendung fand vom 20.09.-21.12.2009 in Bayern 2 statt (Redaktion und Dramaturgie: Katarina Agathos / Herbert Kapfer).
In der Begründung der Jury des Deutschen Hörbuchpreises 2010 – der am 10. März in Köln zum Auftakt der lit.Cologne verliehen wird – heißt es:
"Die 14-teilige Hörspielfassung von Alexander Kluges 2000-seitigem Werk Chronik der Gefühle enthält in nuce fast den gesamten Kosmos des Klugeschen Werkes. Gekonnt bewegt es sich zwischen Differenzen und Überblendungen, medialen Verschaltungen und Erzählungen, Überlieferung als Fragmentierung, Dokumentation und Fiktion und nicht zuletzt zwischen Krieg und Kunstproduktion."
Preisträger sind Alexander Kluge und Regisseur Karl Bruckmaier. Kluge veröffentlichte im gleichnamigen Buch sämtliche seiner seit 1962 erschienenen Erzählungen. Die Jury lobte die Produktion des Bayerischen Rundfunks als "faszinierende Enzyklopädie der Empfindungen unserer Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit". Karl Bruckmaier sei ein "außerordentliches Werk" gelungen.
Zwei weitere Nominierungen zum Deutschen Hörbuchpreis hatte es in diesem Jahr gegeben, die auch die Redaktion Hörspiel und Medienkunst betrafen. In der Kategorie Das besondere Hörbuch / Bester Krimi gehörte der ARD Radio Tatort Irmis Ehre (BR 2008 / Regie: Ulrich Lampen) von Robert Hültner zu den drei Nominierten, in der Kategorie Beste verlegerische Leistung war es das Label intermedium records. Ein Auszug aus der Jurybegründung hierzu: "Intermedium Records bildet in seinem Verlagsprogramm ein weit gespanntes Spektrum verschiedenster Formen avancierter Hörkunst ab. Dieses Abbild reicht von den performativen literarischen Verdichtungen eines Michael Lentz (Muttersterben, Klinik) bis hin zu dem ironischen Hörspiel-Musical von Stereo Total (Patty Hearst – Princess and Terrorist)."
BR-Preisträger der vergangenen Jahre
Bereits mehrfach sind Produktionen des BR mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet worden, im vergangenen Jahr erhielt die Adaption von Louis Ferdinand Célines Reise ans Ende der Nacht (BR 2008/Bearbeitung: Michael Farin, Komposition: Zeitblom, Regie: Ulrich Lampen) die begehrte Auszeichnung in der Kategorie Das besondere Hörbuch, 2008 ging der Preis in der Kategorie Das besondere Hörbuch/Regie an Karl Bruckmaier für seine Radiofassung der Ästhetik des Widerstands (BR/WDR 2007) von Peter Weiss. 2006 wiederum erhielt in der Kategorie Das besondere Hörbuch die Edition Wörter Sex Schnitt. Originaltonaufnahmen 1973, herausgegeben von Herbert Kapfer und Katarina Agathos, (BR/intermedium rec. 2005) die Auszeichnung und im Jahr 2005 bekam das Hörspiel Jackie (BR 2003 / Regie: Karl Bruckmaier) von Elfriede Jelinek den Deutschen Hörbuchpreis ebenso wie Der Mann ohne Eigenschaften. Remix (BR 2004/Konzept: Katarina Agathos, Herbert Kapfer; Skript: Katarina Agathos, Klaus Buhlert, Herbert Kapfer; Komposition und Regie: Klaus Buhlert) von Robert Musil in der Kategorie Best of All.
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