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Spitzenmedizin direkt: Vorteile moderner Krebszentren Definition - wie im Krebszentrum gearbeitet wird

Stand: 19.05.2010

Krebszentrum in Russland | Bild: picture-alliance/dpa

Bildunterschrift: Geballte Forschung, kurze Wege - die wesentlichen Vorteile moderner Krebszentren.

Das Ziel der Krebszentren ist die Verbesserung der Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen durch die Integration von optimierter klinischer Versorgung, kontinuierlicher Weiterbildung aller Berufsgruppen und raschem Transfer von Forschungsergebnissen in die Behandlungsstrategien.

Vorteile für den Patienten
Patient wird durch einen Tomographen gefahren | Bild: colourbox.com

Bildunterschrift: Der Patient bekommt das Untersuchungsergebnis der Fachärzte sofort mitgeteilt.

Prof. Matthias Ebert: "Was wir verhindern wollen ist, dass der Patient mit seiner Erkrankung von einem Spezialisten zum anderen geht, und von jedem etwas anderes hört. Es gibt ein Gremium, das Tumorboard, in dem der Fall von einem der Mitglieder des Tumorboards vorgestellt wird. Dann sitzen die Spezialisten aus vielen verschiedenen Fachdisziplinen, die mit der Tumorerkrankung zu tun haben, zusammen und versuchen gemeinsam einen Konsens zu finden, wie man diese Erkrankung behandeln sollte. Damit bekommt der Patient unmittelbar das Votum einer Gruppe von Spezialisten. Er kann dann überlegen, ob er diese Behandlung annimmt, oder ob er sich noch weiter orientieren will. Wir wollen damit dem Patienten ermöglichen, dass er rasch eine fundierte Meinung bekommt, wie man die Tumorerkrankung behandeln sollte."

Was kann ein Krebszentrum leisten?

Eine Krebserkrankung betrifft viele verschiedene Fachdisziplinen. Prof. Matthias Ebert: "Unser Krebszentrum hat sich neben Ausbildung und Forschung zur Aufgabe gemacht, die Versorgung von Patienten zu verbessern. Das wollen wir erreichen, indem wir Strukturen schaffen, in denen sich alle Fachdisziplinen, die mit einer bestimmten Tumorerkrankung zu tun haben, regelmäßig treffen und die Fälle gemeinsam diskutieren."

Beispiele für die interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Kerngruppe jedes Tumorboards besteht aus je einem Vertreter der Onkologie, der Strahlentherapie und der Chirurgie. Dazu kommen die sogenannten Organonkologen wie Gastroenterologen und Gynäkologen.

Im Rahmen der Strahlentherapie gibt es drei Spezialisten: Der Strahlentherapeut behandelt Tumorpatienten mit Strahlen. Der Radiologe erklärt die Aufnahmen des Computer- oder Magnetresonanztomographen. Der Nuklearmediziner ist ebenfalls in Bildgebung geschult und Experte der Therapie mit radioaktiven Substanzen.

Zwei konkrete Beispiele:

  • Bei Krebserkrankungen im gynäkologischen Bereich treffen sich je ein Facharzt der Gynäkologie, der Radiologie, der Pathologie, der Nuklearmedizin, der Onkologie, der Strahlentherapie und in besonderen Fällen auch der Urologie.
  • Bei Erkrankungen im Verdauungstrakt besprechen jeden Tag ein Chirurg, ein Onkologe, ein Pathologe, ein Strahlentherapeut, ein Nuklearmediziner, ein Radiologe und ein Gastroenterologe die Behandlung der einzelnen Patienten.

Der Patient erfährt noch am selben Tag, welchen Weg die Ärzte in der Therapie beschreiten wollen.

Vorteile für die Ärzte

Sie erfahren die Meinung der anderen Fachrichtung und bilden sich gemeinsam fort - so erweitern sie ihr Wissensspektrum. Außerdem sucht das Krebszentrum den Kontakt zu anderen Einrichtungen und Ärzten, damit die vor- und nachstationäre Betreuung besser ablaufen kann, dazu gehören beispielsweise Sprechstunden für Tumorerkrankungen, die erblicher Natur sind.
In der Nachsorge stellt sich die Frage, wo der Patient am besten betreut wird. Außerdem bietet das Zentrum Programme wie "Sport und Krebs" an.

Die zweite Meinung

Ein Ärzte-Team betrachtet ein Röntgenbild | Bild: Photosphere

Bildunterschrift: Die Arbeit als Team ist das große Plus eines Krebszentrums.

Das Roman-Herzog-Krebszentrum will objektive Informationen für alle Patienten gewährleisten. Deswegen bietet es eine spezielle Sprechstunde an, die sogenannte "Zweite Meinung", in der Patienten beraten werden, die eigentlich in einem anderen Krankenhaus behandelt werden. Prof. Ebert: "Ich schlage auch unseren Patienten vor, dass sie sich an ein anderes Zentrum für eine zweite Meinung wenden können, da die Kollegen dort eventuell einige Aspekte anders beurteilen können. Es ist wichtig für den Patienten sich umfassend beraten zu lassen."

Moderne Krebstherapie

Bis neue Erkenntnisse aus der Laborforschung in die tägliche Behandlung kommen, dauert es Jahre. Moderne Krebstherapie zeichnet sich in der Praxis vor allem dadurch aus, dass schon vorhandene Therapieformen und vor allem Therapien, die gerade in Studien erprobt werden, immer wieder neu kombiniert werden: Eine bestimmte Chemotherapie mit einer wenig invasiven Operation oder einer bestimmten Strahlentherapie.

Beispiel:

Ein Tumor am Darmausgang wird womöglich erst bestrahlt und dann in einer nicht so einschneidenden Operation entfernt. Das Ziel ist, den Mastdarm so weit wie möglich zu erhalten.

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