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13.03.2010


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Qi Gong Geschichte

Stand: 20.08.2003

Qigong wird in China seit Jahrtausenden praktiziert - zur Erhaltung der Gesundheit und zur Selbstheilung. Seit 20 Jahren erlebt Qigong eine Renaissance im asiatischen Raum und findet zunehmend auch den Weg in den Westen. Doch Qigong hat nicht nur einen geografischen Siegeszug angetreten, sondern sich auch in seinem Ursprungsland neue soziale Schichten erschlossen: In China ist Qigong zu einer Massenbewegung geworden.

Wie ist Qigong entstanden?

Wandmalerei im Shaolin-Tempel

Bildunterschrift: Wandmalerei im Shaolin-Tempel

Dr. Sebková-Thaller: Die Wurzeln liegen in China, aber wo genau wissen wir nicht. Denn es gibt mehrere Hauptrichtungen, etwa das buddhistische, das taoistische oder auch das konfuzianische Qigong. Das tibetische Qigong soll zum Beispiel bereits aus der vorbuddhistischen Zeit stammen. Es beinhaltet viele schamanische Elemente. Die Energiepflege des Qigong hat sich aus den Bedürfnissen des Alltages entwickelt: In Tibet beispielsweise war es sehr kalt, dann wieder sehr heiß. Da stellten sich die Menschen die Frage, wie sie mit diesen extremen Bedingungen der Natur fertig werden könnten. Qigong war eine der Antworten. Die Geschichte von Qigong ist ungefähr 5.000 Jahre alt.

Sagen und Geschichte

Dr. Sebková-Thaller: Wir kennen Erzählungen über die Entstehung einzelner Qigong-Arten. Die Übungen der Fünf Tiere sollen auf den chinesischen Arzt Hua Tuo (112-207 n. Chr.) zurückgehen, der fasziniert von der harmonischen Bewegung der Tiere diese Übungsreihe kreiert haben soll. Diese Sage wurde durch die neuen archäologischen Funde des im Jahre 168 v. Chr. verschlossenen Grabes von Mawangdui widerlegt. Die wunderbaren Darstellungen auf einem Seitentuch zeigen, dass die Übungen mindestens 400 Jahre früher entstanden sind, als die Legende erzählt. Viele der heute noch praktizierten daoistischen Übungen sind in dem so genannten "Gelben Kaiser" beschrieben. Dieses älteste medizinische Lehrbuch Chinas wird dem legendären Huangdi, dem gelben Kaiser, zugeschrieben, der Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus regiert haben soll. Dieses umfassende Buch beinhaltet auch den ganzen theoretischen Hintergrund und gibt einfache Ratschläge für die Harmonisierung des Alltags, wie beispielsweise eingehende Anweisungen für Akupunkteure.

Seit wann wird Qigong im Westen praktiziert?

Kinder vor einem Qigong-Plakat

Bild vergrößern Bildunterschrift: Qigong-Plakat

Dr. Sebková-Thaller: Im größeren Maße seit dem Anfang der 80er Jahre. In den 70er Jahren gab es erste Vorreiter. Das hängt damit zusammen, dass Qigong zu dieser Zeit in der Volksrepublik China eine Renaissance erlebte und erstmals - gegen  Ende der kommunistischen Revolution - zu einem Massenphänomen wurde. Früher wurde Qigong in Klöstern oder in den Adelsfamilien praktiziert, also in geschlossenen Zirkeln. Das heißt, bis vor kurzem war Qigong keine Volksbewegung. Seit circa 1980 entwickeln sich in den westlichen Industrienationen, aber auch im asiatischen Raum, moderne Arten wie das medizinische Qigong, das ganz gezielt zur Genesung von Krankheiten im Sinne der westlichen Schulmedizin eingesetzt wird. Davon gibt es viele Unterformen wie etwa Qigong in der Krebstherapie oder zur Geburtsvorbereitung oder Qigong mit Kindern. Diese modernen Arten arbeiten mit ganz anderen Ansatzpunkten, die es zu Beginn der Geschichte von Qigong noch nicht gab.

Wie hängt Qigong mit Tai Chi, Kung Fu und Co. zusammen?

Chinesischer Drache

Bildunterschrift: Chinesischer Drache

Dr. Sebková-Thaller: Qigong bildet die Wurzel dieser verschiedenen Praktiken. Qigong lehrt, die Energie wahrzunehmen, sie zu stärken, gezielt zu leiten und einzusetzen. Das bedeutet: Qigong ist eine Voraussetzung dafür, die anderen Disziplinen ausüben zu können. Das gilt insbesondere auch für die Kampfsportarten. Schließlich liegt die chinesische Wiege der Kampfkünste im Kloster Shaolin in der chinesischen Provinz Henan. In diesem Kloster wird Qigong als Basis betrachtet. Die östlichen Kampfsportarten arbeiten mit der inneren Energie. Ohne diese ist der Kampf nur eine sinnentleerte äußere Auseinandersetzung.

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