21.11.2009
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Stand: 12.06.2008
Bildunterschrift: Bestimmte Fische können bei Neurodermitis helfen, weil sie die kranke Haut abknabbern
Die Symptome einer Neurodermitis ähneln im akuten Stadium denen einer Kontaktallergie: Rötung, nässende Hautareale, Schuppen. Auffallend, so Prof. Schnuch: "Die Hautveränderungen treten bevorzugt an bestimmten Stellen auf, wie Ellenbeugen oder Kniekehlen." Typisch bei Neurodermitikern ist eine trockene und schuppige Haut, und zwar auch dann, wenn die Symptome gerade nicht akut sind. Viele Neurodermitiker leiden zusätzlich unter Heuschnupfen oder Asthma, denn diese Krankheiten hängen zusammen.
Ist die Überempfindlichkeit von (Schleim-)Haut gegenüber Stoffen der Umwelt. Sie kann sich unter anderem äußern als:
Anders als beispielsweise bei der Kontaktallergie hat die genetische Disposition ein großes Gewicht: "Wenn Vater und Mutter Heuschnupfen oder Asthma oder Neurodermitis hatten, dann kann man davon ausgehen, dass über die Hälfte der Kinder zur Einschulung bereits an einer dieser drei Krankheiten leidet", erläutert Prof. Thomas Fuchs.
Neurodermitis-Patienten werden oft von sehr schlimmem Juckreiz geplagt, was dazu führt, dass sie sich ständig kratzen und häufig sogar die Haut verletzen. Eine derart vorgeschädigte Haut bietet ein ideales Milieu für die Ansiedlung von Bakterien, die ihrerseits wieder zusätzliche Entzündungen auslösen können.
Bildunterschrift: Neurodermitis wird häufig vererbt
Die Neurodermitis kann in jedem Alter ausbrechen, findet sich aber häufig schon bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen. "Manche behaupten, die Krankheit ginge dann mit der Pubertät weg. Das ist aber nur selten so. Außerdem kann es selbst bei Patienten, die zwischendurch keine Beschwerden haben, jederzeit wieder zu akuten Krankheitsschüben kommen", meint Prof. Fuchs. "Bei manchen können sich die akuten Symptome in den Sommermonaten bessern, bei anderen nicht."
Bildunterschrift: Forschungen über Neurodermitis am Toten Meer
Es gibt viele Hypothesen, aber die Ursache für die allergischen Krankheiten hat man bisher nicht gefunden. Einige Komponenten kennt man allerdings, erläutert Thomas Fuchs: "Man weiß zum Beispiel, dass es einen genetischen Hintergrund gibt oder dass sich die Neurodermitis während der Sommermonate durch Blütenstaub und während der Wintermonate durch Hausstaubmilben verschlechtern kann. Aber warum das so ist, kann bisher niemand beantworten."
Stresssituationen, ebenso wie starke körperliche Belastung (besonders mit Schwitzen), führen zu einer Verschlechterung der Symptome.
Hilfreich sind:
Etwa die Hälfte der Patienten mit Neurodermitis soll, wie Untersuchungen belegen, auch an einer Nahrungsmittel-Allergie oder -Unverträglichkeit leiden. Das kann sich in Schwellungen von Zunge und Lippen, Nesselfieber oder einem Ekzem äußern. DIE Diät für Neurodermitiker gibt es nicht. Jeder muss zusammen mit einem Allergologen herausfinden, was er vermeiden sollte.
Ein allergologisch orientierter Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Neurodermitis. Er wird besonders mittels Hauttest und Blutuntersuchung überprüfen, wogegen eine Allergie besteht und dem Patienten dazu raten, die entsprechenden Stoffe zu meiden. Dermatologe Fuchs warnt vor unseriösen Tests zum Nachweis von Nahrungsmittelallergien: "Die sogenannten IgG-Tests sind bei Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien keine Hilfe, denn damit lassen sich keine Allergieauslöser nachweisen. Man sollte aufpassen, dass man nicht für teures Geld zu einem solchen Test überredet wird."
Prof. Fuchs: "Damit sich der oft unerträgliche Juckreiz vermindert, empfehlen wir die regelmäßige Einnahme eines modernen Anti-Histaminikums. Zusätzlich muss die Haut beispielsweise mit harnstoffhaltigen Salben gefettet werden, damit sie geschmeidig bleibt und nicht austrocknet. Wenn gar nichts anderes mehr hilft, wird man auch hin und wieder auf moderne Kortison-Zubereitungen zurückgreifen müssen. Es kommen zur Zeit neuere Präparate (sogenannte Biologicals) auf den Markt, die Kortison zumindest teilweise in Zukunft ersetzen können."