20.03.2010
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Stand: 28.01.2010
Bildunterschrift: Wer zu spät zum Arzt geht, verkürzt seine Lebenserwartung
Nicht selten wird die Diagnose COPD verschleppt und oft merkt der Patient erst nach Jahren, dass etwas nicht stimmt. Keuchen beim Treppensteigen? Husten mit Auswurf? Halten diese Symptome länger als ein paar Wochen an, muss ein Arzt aufgesucht werden, so Prof. Worth: "Die Patienten merken typischerweise erst sehr spät, dass sie ernstlich erkrankt sind. Die meisten von ihnen sind Raucher und nehmen ihren morgendlichen Husten - teilweise auch mit Auswurf - noch nicht als Krankheit wahr. Sie führen den Husten auf einen für sie normalen Raucherhusten zurück und die Atemnot auf das Alter." Ein folgenschwerer Fehler, denn wer länger als acht Wochen hustet, sollte unbedingt hellhörig werden.
Wie fortgeschritten eine COPD bereits ist, lässt sich durch eine sogenannte Lungenfunktionsmessung erkennen. Um den Grad der Obstruktionen zu erfassen, misst man das Atemvolumen, welches der Patient nach einer maximal tiefen Einatmung in einer Sekunde bei stärkster Anstrengung ausatmen kann. Diese sogenannte Ein-Sekunden-Kapazität ist umso niedriger, je stärker die Atemwege verengt sind. Nachdem eine Einengung der Atemwege festgestellt worden ist, prüft der Arzt, ob der Patient auf bronchien-, also atemwegs-erweiternde Medikamente anspricht.
Bildunterschrift: COPD kann eine chronische Bronchitis sein oder ein sogenanntes Lungenemphysem
Prof. Worth: "COPD ist eine Abkürzung für "chronic obstructive pulmonary disease", die Chronisch Obstruktive Lungenkrankheit. Hauptkennzeichen: Die Atemwege sind eingeengt und diese Enge ist durch Medikamente nicht oder nur wenig rückbildungsfähig. Zwei Krankheitsbilder werden unter dem Begriff COPD zusammengefasst.
1. Die Chronisch Obstruktive Bronchitis, die entsteht, wenn zu einer chronischen Bronchitis eine Einengung der Atemwege hinzukommt.
2. Das sogenannte Lungenemphysem, eine Überblähung der Lunge: Diese Veränderung ist nicht mehr rückbildungsfähig. Es kommt zu einer Zerstörung der Lungenbläschen und einer Einschränkung der Versorgung des Körpers mit Sauerstoff."
Neu im Verständnis der COPD ist, dass diese Erkrankung zwar in der Lunge beginnt, aber doch eine Reihe von Auswirkungen auf Herz, Kreislauf, Muskulatur, Knochensystem und Psyche hat.
Je später eine COPD erkannt wird, umso weniger Chancen gibt es, die Erkrankung aufzuhalten. Ein Patient, der spät zur Diagnose kommt, verkürzt seine Lebenserwartung: Denn wenn das Lungengewebe erst einmal in funktionsloses Bindegewebe umgebaut ist, kann es nicht wiedergewonnen werden.
Bildunterschrift: Raucher gehören zur Hauptrisikogruppe für COPD
Prof. Worth: "Die Haupt-risikogruppe für eine COPD sind Raucher. Allerdings erkrankt nur ein Teil von ihnen an dieser Krankheit. Warum das so ist, wissen wir noch nicht genau. Momentan wird aber intensiv daran geforscht, inwiefern neben dem Rauchen auch eine genetische Veranlagung von Bedeutung ist. Auch die sogenannte "inhalative Belastung" am Arbeitsplatz - beispielsweise bei Arbeitern im Kohlebergbau - spielt eine Rolle."
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