31.07.2010
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24. Dezember 1974. In Darwin träumen die Menschen bei unerträglicher Sommerhitze von weißen Weihnachten. Doch in der Nacht zieht ein verheerendes Unwetter auf. Am Weihnachtsmorgen fegt ein Wirbelsturm mit Windböen bis zu 300 Stundenkilometer über Australiens nördlichste Stadt. Darwins 45.000 Einwohner werden aus dem Schlaf gerissen.
Von Andreas Stummer
In Minuten liegt Darwin in Trümmern. 66 Menschen sterben, 1500 werden verletzt, zehntausende sind obdachlos. Wirbelsturm Tracy hat ganze Arbeit geleistet: Die Stadt ist dem Erdboden gleichgemacht. Die meisten Menschen verlassen Darwin, wer zurückbleibt krempelt die Ärmel hoch und baut wieder auf. Das alte Darwin war ein Mekka für Aussteiger, Hippies und Außenseiter - jetzt wird es zum Musterbeispiel australischen Pioniergeistes. Darwins Lebensstil galt als ungezwungen und entspannt - wie die Architektur der Stadt. Doch die ändert sich.
Darwin erfindet sich neu und entdeckt die Liebe zu Beton und Zement. Heute ist das moderne Darwin ein Zentrum für Industrie und Big Business. Der Hafen ist der Umschlagplatz für Australiens Rohstoffexporte, die Märkte in Südostasien liegen näher als Sydney oder Melbourne. 35 Jahre nach Wirbelsturm Tracy ist Darwin heute eine der am stärksten boomenden Städte Australiens, Heimat von mehr als 100.000 Einwohnern. Trotzdem hat Darwin - weit weg von den australischen Metropolen an der Ostküste - viel von seinem einmaligen Charme behalten: Die Lässigkeit der Tropen, Menschen aller Rassen und Hautfarben mit unbeugsamem Charakter und der Liebe zu einer Stadt, die Zehntausenden eine zweite Chance gegeben hat.
Darwins Evolution -
35 Jahre nach der Stunde Null boomt Australiens nördlichste Stadt
Autor: Andreas Stummer
Redaktion: Christina Teuthorn