13.03.2010
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In Bayern finden sich auch knapp 1600 Jahre nach dem Abzug der Römer noch an vielen Stellen Hinweise auf die Zugehörigkeit zum Imperium Romanum. Bayern 1-Reporter Markus Tremmel hat Ausflugstipps zusammengestellt.
Stand: 18.04.2009
Eine Möglichkeit, die Römer in Bayern wandernd oder Fahrrad fahrend zu entdecken ist, sich auf ihren teils noch gut sichtbaren Straßen fortzubewegen: So führte einst die via Claudia Augusta von Burghöfe im Landkreis Donau-Ries über Augsburg nach Füssen nach Verona, eine zweite Straße – heute via Julia genannt – geht von Augsburg nach Salzburg und ist oft noch gut als Damm oder heutiger Feldweg nachzuverfolgen. Wie so eine Römerstraße im Querschnitt ausgesehen hat, wie sie aufgebaut war, ist an einem rekonstruierten Teilstück bei Esbaum nahe Seebruck am Chiemsee zu sehen.
Römische Bauernhöfe, Landgüter, so genannte villae rusticae finden sich in ganz Bayern, vor allem aber im Hinterland des Limes. In Möckenlohe in der Gemeinde Adelschlag im Landkreis Eichstätt ist zum Beispiel ein solcher Bauernhof in Privatinitiative auf alten römischen Fundamenten wieder aufgebaut worden. Zur Römervilla Möckenlohegehört sogar ein kleiner Haustierpark, der den damaligen Tierbestand zeigt. In Oberbayern ist die villa rustica in Leutstetten am Starnberger See zu empfehlen, die teilweise freigelegt ist und schön präsentiert wird.
Bei Kolhunden, südlich von Marktoberdorf (Landkreis Ostallgäu) ist ein römisches Badehaus freigelegt und rekonstruiert worden. Ebenfalls ein römisches Bad findet sich gleich unterhalb der Tegelbergbahn in Schwangau.
Viele Museen quer durch Bayern bieten darüber hinaus viele interessante und spannende Funde aus der Römerzeit, etwa im mittelfränkischen Weißenburg, wo Kastell und Römertherme einen Besuch lohnen. In Ruffenhofen am Hesselberg ist im nahen Weiltingen das Kastell im Maßstab 1:10 rekonstruiert.
Künzing in Niederbayern bietet mit dem Museum Quintana eine ganz hervorragende Ausstellung, auch das dort erst vor einigen Jahren entdeckte Amphitheater ist im Modell dargestellt. In Schwaben hat Günzburg ein feines Museum, das vor allem Funde aus den rund 1800 ausgegrabenen Römergräbern präsentiert.
In Unterfranken wiederum ist ein sehr guter Tipp das Römermuseum in Obernburg. im Ort existierte ein großes Römerkastell und eine Benefiziarierstation, eine Art Polizeistation. Aus letzterer sind viele Weihesteine der Benefiziarier erhalten mit sehr interessanten und aufschlussreichen Inschriften.
Im oberbayerischen Landkreis Eichstätt findet sich auf der Burg Kipfenberg ein Römer- und Bajuwarenmuseum und ein Infopoint Limes, wo man sich seit einigen Tagen römische Kleidung und Rüstung ausleihen kann.