31.07.2010
Direkt zu ...
Wenn's ums Bier geht, haben die Oberfranken eindeutig die Nase vorn. Der Regierungsbezirk hat die höchste Brauereidichte der Welt, über 1.000 verschiedene Biere werden dort gebraut. Die Oberfranken kennen "ihre" Braumeister noch persönlich, denn meist sind die gleichzeitig die Wirte, wie zum Beispiel im Held-Bräu.
Stand: 06.03.2010
Helmut Polster ist so ein Braumeister. Er ist der Wirt vom "Held-Bräu" in Oberailsfeld in der Fränkischen Schweiz. Während Polster sich in der Gaststube um die Besucher kümmert, bereitet seine Frau Gertrud in der Küche deftige, fränkische Kost zu: Schäufele, Sauerbraten, Rouladen mit Klöß’ oder leckere Brotzeiten - dazu gibt es Bauernbrot.
Gertrud Polster achtet genau darauf, dass in ihrer Küche nur einheimische Produkte verarbeitet werden, Fleisch und Wurst liefern zum Beispiel zwei Metzger aus dem Nachbarort.
In der Gaststube steht ein alter Kachelofen. Über 100 Jahre lagen die Kacheln unbeachtet auf dem Dachboden, erst vor knapp 20 Jahren hat Helmut Polster das Schmuckstück des "Held-Bräu" wieder aufgebaut.
Nachdem er das uralte Wirtshaus von seinen Eltern übernommen hatte, wurde gründlich umgebaut und die alten Traditionen wieder belebt. Schließlich reicht die Geschichte des "Held-Bräu" bis ins Jahr 1650 zurück. In der Dorfkirche gegenüber ist der Familie noch heute eine Kirchenbank zugewiesen, weil der "Hollerbuschwirt" sich im 18. Jahrhundert besondere Verdienste beim Neubau der Kirche erworben hat. Die Bau- und Fuhrleute wurden damals großzügig von ihm bewirtet.
"Hollerbuschwirt" – so kennen die Einheimischen den "Held-Bräu". Über Jahrhunderte hat sich dieser Hausname gehalten und deutet darauf hin, dass die Familie ihre Wirtshaustradition nie vergessen hat, ist doch der Hollerbusch ein Symbol der Gastlichkeit.
Sogar das bayerische Königspaar, König Maximilian II. und seine Frau Marie, konnten die Gastfreundlichkeit im "Held-Bräu" genießen. Am 6. Juli 1851 erlitt die Königin auf der Durchreise einen Schwächeanfall, beim "Hollerbuschwirt" kamen die Hoheiten wieder zu Kräften. Später schickte die Königin ein gewidmetes Bild von ihr und Kronprinz Ludwig in die Fränkische Schweiz, das noch heute seinen Platz im Herrgottswinkel der Wirtstube hat.
An den großen, stattlichen Holztischen kommen Einheimische und Besucher schnell ins Gespräch. Dazu bringt Helmut Polster gerne ein "Seidla" Bier. Helles, Dunkles Bauernbier, Pils, Weißbier, zu Weihnachten einen Weizenbock und jetzt in der Fastenzeit ein Bockbier bietet der Braumeister an. Süffig, aromatisch! Kein Wunder, dass Kenner weit über die Fränkische Schweiz hinaus das Bier vom "Held-Bräu" schätzen.
Zur Übersicht: Bayern Freizeit