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09.09.2010


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Maibockanstich 2010 "Die Oberweite diente als Überhangmandat"

Vor einer Auswahl bayerischer Polit-Prominenz hat Django Asül kräftig ausgeteilt. Beim Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus lieferte der Kabarettist in seiner Festrede unter anderem eine Interpretation, wie CSU-Frau Ilse Aigner an ihren Ministerposten in Berlin gekommen sein könnte.

Stand: 30.04.2010

Django Asül, Georg Fahrenschon, Christine Haderthauer | BR, Wilschewski

Gut gelaunt kam die Polit-Prominenz am Donnerstagabend ins Münchener Hofbräuhaus. Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon und Hofbräuhaus-Gastgeber Michael Möller hatten zum traditionellen Maibockanstich inklusive Derblecken geladen. Und Django Asül teilte aus: Ob Landesbank-Desaster oder Afghanistan-Einsatz, ob Aschewolke oder Gesundheitsreform - nichts und niemand kam vor den rund 600 Gästen ungeschoren davon.

Bildergalerie

Maibockanstich - Impressionen vom Festabend Maibockanstich Impressionen vom Festabend

Maibockanstich - Impressionen vom Festabend Django Asül, Georg Fahrenschon, Christine Haderthauer | Bild: BR, Wilschewski

Pünktlich zum Maianfang hat Django Asül wieder kräftig ausgeteilt. Anlässlich des traditionellen Maibockanstichs derbleckte er die an- wie abwesende Polit-Prominenz. Hier gibt's die schönsten Bilder des Abends. [BildergalerieAuf geht's] Maibockanstich - Impressionen vom Festabend

Fahrenschon lädt Parteifreunde

TV-Tipp

Sendung verpasst? Im Bayerischen Fernsehen wird "Auf geht's zum Maibockanstich" am Samstag, 1. Mai um 14.15 Uhr wiederholt. Außerdem können Sie die Sendung noch eine Woche lang in unserer Mediathek sehen.

Der Minister zapfte das erste Fass Maibock an. Die Politik war außerdem mit Staatskanzleichef Siegfried Schneider und dem bayerischen SPD-Chef Florian Pronold vertreten. Mit Justizministerin Beate Merk und Sozialministerin Christine Haderthauer erwartete der CSU-Politiker zwei Amts- und Parteikolleginnen. Auch die Ex-Minister Erwin Huber und Kurt Faltlhauser waren da und ergänzten die lange Liste von CSU-Prominenz auf der Veranstaltung des Finanzministeriums.

Die besten Sprüche von Django Asül
 
1

Inspiration aus dem Reich der Mitte

Horst Seehofer ist gerade in China. Das Ziel von Seehofer ist ja, die CSU wieder konstant über 50 Prozent zu bringen. Was liegt da näher als sich ein paar Tage von der chinesischen Führung inspirieren zu lassen? Was sagte er vor 3 Tagen in China? Je zentralistischer die Macht, desto höher die Harmonie.

2

CSU im falschen Film

Wenn Seehofer außer Landes ist, übernimmt ja sein Stellvertreter Zeil die Regierungsgeschäfte. Da leitete vorgestern also erstmals seit dem 30jährigen Krieg ein FDPler eine bayerische Kabinettssitzung! Die CSU-Minister wähnten sich im falschen Film. Für die war das, wie wenn beim Champions League-Finale auf einmal die 60er auflaufen.

3

Frauen in der CSU

Frau Aigner kam über die Frauenquote ins Bundeskabinett. Oder wie Seehofer es formulieren würde: Die Oberweite diente als Überhangmandat. Aber Quote allein ist nicht alles. Die macht das ja gut - da fragen sich viele: Die sitzt in Berlin und macht keinen Fehler - ist die wirklich in der CSU?

4

Rechenaufgabe

Die Frauen-Union fordert eine Frauenquote von 40 Prozent. Derzeit gibt es aber 20 Prozent weibliche Parteimitglieder. Im Moment würde eine realistische Textaufgabe in der 6. Klasse also lauten: Wieviele Männer müssen aus der CSU austreten, damit die 20 Prozent der Frauen dann 40 Prozent ergeben?

5

Keine Frauen in Afghanistan

Bis vor ein paar Wochen wollte ja Frau Merkel den Deutschen immer noch vormachen, dass die Bundeswehr in Afghanistan nicht im Krieg ist, sondern eher im Zeltlager. Da sitzen die Soldaten am Lagerfeuer und freuen sich, wie stressfrei es dort ist ohne Frauen. Ab und zu kommt ein Taliban vorbei und bringt einen Kasten alkoholfreies Weißbier.

6

Orientierungslos am Hindukusch

Irgendwann wusste in Afghanistan keiner mehr, was die Wahrheit ist. Und was die Deutschen dort eigentlich wollen und sollen. Selbst der afghanische Präsident hat die Orientierung verloren. Präsident Karzai sagte erst kürzlich: Wenn sich der Westen weiterhin so blöd anstellt, kann ich auch mit den Taliban. Das ist die größtmögliche politische Flexibilität seit Frau Ypsilanti in Hessen.

7

Selbst ist der Mann

Einen Westerwelle muss nicht die Öffentlichkeit zerlegen. Ein Westerwelle zerlegt sich selber. Nach der Wahl konnte ja der Westerwelle vor lauter Kraft nicht mehr laufen. FDP holte 14,6 Prozent. Westerwelle hat von Anfang das Komma ignoriert.

8

Volle Kraft zurück!

Der Guido hat sich auf die Ärmsten der Armen gestürzt. Und zwar auf die Hartz-IV-Leute. Irgendwann hat er aber doch gemerkt, dass er sich vergaloppiert hat. Im Moment rudert Westerwelle schon irgendwie zurück. Und hofft, dass die Leute nicht merken, dass er niemals ein Ruder hatte. Sein aktueller Standpunkt ist: Er kann sich eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für Hotels vorstellen, falls die Hartz-IV-Leute sich verpflichten, öfter im Hotel zu übernachten.

9

Schweige-Strategie

Die Grünen zeigen, wie wirklich optimale Oppositionspolitik aussieht. Sie stehen bei Umfragen schon wieder bei 15 Prozent! Wissen Sie warum? Weil die seit drei Monaten das Maul halten.

10

Köpfchen, Köpfchen!

Für den Kampf gegen die Kopfpauschale ist der Söder der ideale Mann. Alles, was mit dem Kopf zu tun hat, ist dem Söder höchst suspekt.

11

Verständigungsschwierigkeiten

Hier tut sich eine kulturelle Kluft zwischen CSU und FDP auf. Für die CSU heißt Solidarität: Die Schwachen müssen von den Starken beschützt werden. Für die FDP heißt Solidarität: Die Schwachen sollen den Starken nicht auf den Keks gehen.

12

Böse Überraschung

Paar Wochen nach Stoibers Demission hatte der Edmund damals ein ganz seltsames Gefühl. Da hat er in der Staatskanzlei angerufen und gefragt: Kann es sein, dass ein Ministerpräsident a.D. weniger zu sagen hat als ein Minsterpräsident im Amt? Da wollte die Staatskanzlei den Edi auch nicht brüskieren und hat geantwortet: Ja, a bissl scho - aber wenn Sie bissl Unordnung stiften wollen, finden wir schon was für Sie, ohne dass Bayern darunter leidet. So kam er an den Job in Brüssel.

13

Genau ungenau

Als Bürokratievernichter macht Stoiber einen hervorragenden Job in Brüssel. Diese Detailversessenheit! Er prüft alles doppelt und dreifach. Er überlässt nix dem Zufall - wie damals beim Kauf der Hypo Alpe Adria. Mit der Lupe in der Hand hat sich der Edmund die Bank vorgeknöpft. Gut, vielleicht nicht die ganze Bank. Aber zumindest den Briefkopf. Und der Edmund kam zu dem Schluss: Das ist eindeutig eine Bank. Bitte sofort kaufen.

14

Banken-Taufe

Ein Neustart wäre auch für die Landesbank nötig. Vielleicht sollte man sich einen neuen Namen ausdenken. Da Edmund mit der Landesbank die Welt erobern wollte, würde vielleicht Banca Edmondiale passen. Oder gleich Bankrott. Das wäre eine Hommage an Strauß. Dessen letzte Ruhestätte liegt ja in Rott am Inn.

15

Lebenswege

Ich kenne den Pronold ja sehr gut. Seit 1983. Wir waren gemeinsam im Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf. Und danach haben wir zusammen in der Sparkasse die Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Aber wie es halt so ist im Leben: Irgendwann trennen sich die Wege. Der eine macht Karriere, der andere geht zur SPD.

Konkurrenz für den Nockherberg

Der nominelle Anlass des Anstichs, das Maibockbier, wurde 1614 zum ersten Mal gebraut und ist damit eines der ältesten Biere Münchens. Um 1870 wurde der Anstich vermutlich erstmals feierlich begangen. Bislang hält der Starkbieranstich auf dem Nockherberg das Monopol aufs Politikerderblecken. Der Maibockanstich mit Ex-Fastenprediger Asül wird aber immer mehr zu einer ernsten Konkurrenz.

Bildergalerie

Django Asül - Niederbayerischer Bankkaufmann auf der Bühne Django Asül Niederbayerischer Bankkaufmann auf der Bühne

Django Asül - Niederbayerischer Bankkaufmann auf der Bühne Django Asül | Bild: picture-alliance/dpa

Django Asül, bürgerlich Ugur Bagislayici, ist seit Jahren eine feste Größe auf Deutschlands Bühnen. In seiner Sendung "Asül für alle" im Bayerischen Fernsehen geht er zusammen mit Karsten Kaie der Frage nach Integration auf den Grund. Asüls Karriere in Bildern. [BildergalerieKultur] Django Asül - Niederbayerischer Bankkaufmann auf der Bühne

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