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21.11.2009


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Rothaut und Bleichgesicht Indianerforscher Mark Kretschmer

In Regensburg lebt seit über 50 Jahren ein großer Freund der Indianerkultur. Mark Kretschmer stammt aus den USA, wo er schon früh mit der indianischen Geschichte in Berührung kam. Die Cousine seiner Großmutter war sogar mit dem berühmten Buffalo Bill verheiratet, der quasi den Mythos vom Wilden Westen und den Indianerkämpfen in die ganze Welt getragen hat. Und noch heute bewahrt der 70-jährige viele Fundstücke der Indianer auf und lebt auch im Alltag ein Stück der indianischen Kultur.

Stand: 20.02.2009

Mark Kretschmer

Mark Kretschmer ist ein Wanderer zwischen der Alten und der Neuen Welt. Man sieht ihm die abenteuerliche Familien- und Lebensgeschichte auf den ersten Blick nicht an. Er erscheint, wie ein ganz normaler älterer Herr, ein Regensburger. Doch der knapp 70-Jährige hat gelernt, die Welt aus Indianersicht zu sehen. Denn als kleiner Junge lebte er mit seinen Eltern in den USA in St. Louis, Missouri, dem Tor zum Westen. Dort lernte er die Indianerkultur kennen und lieben, ist seitdem von der indianischen Weisheit, ihrer Ehrfurcht vor der Natur und Mutter Erde und von ihrer Lebensweise fasziniert.

Freund der Comanchen-Indianer

Mark Kretschmer

Bildunterschrift: Mark Kretschmer bei einem indianischen Ritual im Park

Doch es blieb nicht nur bei der Begeisterung - ihn verbindet noch viel mehr mit den Indianern: Mark Kretschmer wurde sogar von den Comanchen als guter Freund aufgenommen, weil er mitgeholfen hat, die Fahne des Stammes vor einem Diebstahl zu retten. Als einziger Weißer wurde ihm daraufhin die Ehre zuteil, mit dem Comanchen-Häuptling Wallace Coffee in Oklahoma an einem großen "Pow Wow" teilzunehmen: Drei Tage lang war er dabei, an denen er täglich 12 Stunden lang getanzt hat und dabei innerlich ganz zur Ruhe kam. Eine Erfahrung, die ihn tief beeindruckt hat.

Die Liebe hielt ihn Deutschland

Mark Kretschmer

Bildunterschrift: Mark Kretschmer feiert nächstes Jahr mit seiner Frau den 50. Hochzeitstag

Nach Deutschland hatte es den in den USA geborenen Indianerfreund verschlagen, weil er als Besatzungssoldat nach dem Krieg hier stationiert wurde. Doch als er schließlich im Regensburger Tourismusamt beim alten Rathaus seine jetzige Frau kennenlernte, war bald klar, dass er mit ihr in Deutschland bleiben würde. Arbeit fand er im Regensburger Bezirksklinikum, wo er sich als Fachpfleger um drogenabhängige, schizophreniekranke oder selbstmordgefährdete Patienten kümmerte. Und auch dort half ihm seine indianische Lebenseinstellung den Krankenhausalltag zu erleichtern.

Ein Stück Wilder Westen in Regensburg

Inzwischen ist Mark Kretschmer pensioniert - doch ruhig wird es um den Indianerforscher keineswegs. Noch immer fliegt er einmal im Jahr für mehrere Wochen in seine Heimat, sozusagen in den Wilden Westen. Und auch wenn er wieder zurück in Deutschland ist, in seiner Wohnung im Regensburger Westenviertel, dann hält er sich am liebsten in seinem "Indianerzimmer" auf, in dem er seine ganz eigenen Erinnerungsstücke aufbewahrt: Wie beispielsweise Federn, Pfeifen oder die Spitzen von Indianerpfeilen, die er schon als kleiner Junge im Garten seines Elternhauses gefunden hat und seitdem wie seinen Augapfel hütet. Ja, man kann wirklich sagen: Dort im Regensburger Westen ist ein Stück Geschichte aus dem Wilden Westen.

William Frederick Cody alias "Buffalo Bill"
Buffalo Bill, Wild West Show

Bildunterschrift: Buffalo Bill wurde am 26.2.1846 in Scott County, Iowa geboren.

Da die Cousine der Großmutter von Mark Kretschmer mit Buffalo Bill verheiratet war, ist der Indianerfreund aus Regensburg sogar mit ihm verwandt. William F. Cody, genannt Buffalo Bill, war um die Jahrhundertwende der wohl berühmteste Amerikaner. Mit seiner 1883 gegründeten "Wild-West-Show" führte er Millionen Europäern Cowboys, Indianer und Revolverhelden vor und schuf so das Bild des Wilden Westens. Seinen Spitznamen verdiente er sich, als er 1867/68 im Auftrag der Eisenbahngesellschaft "Kansas Pacific" innerhalb von acht Monaten 4.280 Bisons schoß, um Bahnarbeiter mit Fleisch zu versorgen. Später setzte er sich dann für den Schutz der Tiere ein.

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