10.02.2010
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Der Tierpark Hellabrunn in München ist eine Art WG mit Bewohnern aus allen Teilen der Erde: vom afrikanischen Wildhund bis zum indischen Panzernashorn. Auf 36 Hektar leben in Hellabrunn 7.700 Tiere. Zugleich nimmt Hellabrunn eine Vorreiterrolle im Artenschutz ein, denn viele der Tiere im Zoo sind vom Aussterben bedroht. Das gilt nicht nur für Wildtiere, sondern auch für alte Haustierrassen.
Stand: 17.07.2009
Anja Waldinger war dabei, als Josephine geboren wurde: "Es ist immer wieder ein Wunder! Wenn man sich vorstellt, dass so ein großes Tier in die Mama Esel reingepasst hat und dann aufsteht und trinkt, ist immer wieder schön!"
Die kleine Josephine ist kein 0815-Esel, sondern eine Martina-Franka-Eselsstute aus Italien. Dort wurden ihre Vorfahren gehalten, um Maultiere zu züchten - doch seit man die nicht mehr braucht, braucht man auch keine Martina-Franka-Esel mehr ... "Josephine ist verspielt sie ist neugierig, sie tanzt um uns rum, sie macht im Gehege mit den Ziegen viel Spaß, also einfach eine total Süße," erzählt ihre Pflegerin Anja Waldinger.
Anders der Julius: "Der Julius ist sehr schüchtern, man braucht viel Geduld, anfassen lässt er sich nur sehr ungern!" Julius ist ein Murnau-Werdenfelser-Bulle. Noch sieht er ein bisschen aus wie ein Shar Pei - ein chinesischer Faltenhund. Aber schon bald könnte er zum Erhalt dieser wundervollen einheimischen Rinderrasse beitragen, die vom Aussterben bedroht ist, weil sie nicht so viel Milch gibt, wie das Hochleistungs-Fleckvieh.
Dabei liegen ihre Stärken ganz woanders: Sie sind verschmust und umgänglich! Die Pfleger gehen sogar mit ihnen spazieren - zur Freude der Tierpark-Besucher. Für Julius und seine Mutter Gretchen heißt es zurzeit aber: Babypause!
Wir besuchen auf unserem Spaziergang durch den Tierpark außerdem den Nachwuchs bei den Humboldt-Pinguinen, der mit der Flasche aufgezogen wird und die Seelöwin Sandy, die für Fisch einfach alles tut!
Außerdem werfen wir einen Blick in die Vergangenheit des Tierparks: Vor knapp 40 Jahren zum Beispiel, im Februar 1969, ist im Affenhaus etwas passiert, das dafür gesorgt hat, dass die ganze Welt auf München geschaut hat. Das Orang-Utan-Mädchen Cassy war zum ersten Mal schwanger und bekam - eine Überraschung für ihre Pfleger - Zwillinge. Die aber waren zu schwach, um zu überleben.
Der Tierpark rief in seiner Not im Schwabinger Krankenhaus an, auf der Station für Menschenkinder. Die Ärzte dort glaubten an einen Faschingsscherz - bis kurze Zeit später tatsächlich zwei Orang-Utanbabys auf ihrer Kinderstation lagen: Hella und Bruno wurden die zwei genannt. Hella war die Stärkere, Bruno der Schwächere. Geschafft haben es, dank liebevollster Fürsorge, beide. Eine Sensation: Nie zuvor haben Orang-Utan-Zwillinge überlebt!
Bruno ist heute, mit inzwischen 40 Jahren auf dem behaarten Buckel, das Oberhaupt der Hellabrunner Orang-Utan Familie! Und mit Sicherheit nicht die einzige Attraktion: Wer findet den Kurzohrrüsselspringer, den Azara-Aguti oder die Witwenpfeifgans?
Alle Informationen zum Münchener Tierpark Hellabrunn finden Sie im Internet.