30.07.2010
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Oft gaben Klöster wichtige Impulse im Umgang mit den Ressourcen. Die 750 Jahre alte Benediktinerabtei Münsterschwarzach zwischen Nürnberg und Würzburg ist nun in Sachen Umwelt- und Klimaschutz ganz vorn dabei. Sollen die Benediktiner doch mit allen Dingen des Alltags sorgfältig umgehen.
Ein Beitrag von Ulrich Detsch
Stand: 03.07.2009
Unscheinbar fließt er dahin, der Castellbach, der den Mönchen der Abtei Münsterschwarzach seit 750 Jahren Energie liefert. Zur Jahrtausendwende deckte der kleine Bach aber nicht einmal mehr fünf Prozent des Strombedarfs in einer der größten Benediktiner-Abteien Europas. 2001 beschlossen die Mönche - allen voran Bruder Edmar, Meister für Heizung- und Sanitärinstallation, und Pater Christoph Gerhard, Prior der Abtei Münsterschwarzach - eine radikale Energiewende: Die Abtei solle zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie auskommen und autark sein. Mit Wärme aus einer Hackschnitzelheizung und Strom aus einer Biogasanlage.
Bildunterschrift: Holz aus der Umgebung
Seit sechs Jahren werden die 70 Klostergebäude mit 50.000 Quadratmetern Fläche nun nahezu komplett mit Holzhackschnitzeln geheizt. Das Holz stammt aus den umliegenden Wäldern und ersetzt 500.000 Liter Heizöl im Jahr. Nur zwei riesige Öl-Tanks erinnern noch wie Mahnmale an die Zeit davor.
Bildunterschrift: Auch die Kühe tragen ihr Scherflein zum Ökostrom bei.
Den enormen Stromverbrauch in der klostereigenen Druckerei wiederum versuchen die Mönche mit Strom aus Biomasse von den eigenen 230 Hektar Äcker und Wiesen zu decken. Seit 2006 wird Gülle zusammen mit Mais- und Gras-Silage in einer Biogas-Anlage vergärt und aus dem Methangas im Blockheizkraftwerk umweltfreundlich Strom und Wärme produziert. Die Biogas-Anlage liefert ergänzend zur Hackschnitzelheizung genug Wärme für Brauchwasser und sogar deutlich mehr Strom, als das Kloster selbst braucht.
Bildunterschrift: Bio wäre zu teuer.
Getreu der alten Benedikts-Regeln rechnen die Mönche scharf und handeln bedacht. Deswegen heißt es in der Abtei auch: 100 Prozent Bio-Energie ja, aber Bio-Landwirtschaft im Kloster nein. 250.000 Besucher kommen pro Jahr in die Abtei. Touristen, Schüler, Anwohner: Von allen müssten die Mönche bei Bio-Anbau deutlich mehr Geld für Brot, Fleisch und Wurst verlangen. Und das wollen sie nicht.
Dennoch geht der Gutsverwalter maßvoll mit Pflanzenschutzmitteln um: Eine teuere Satelliten-Antenne auf dem Dach hilft den Schlepper genauer zu lenken, um Überlappungen beim Spritzen zu vermeiden. Und die freiwillig an allen Gräben und Bächen angelegten Uferrandstreifen und die Ackerränder bleiben unbehandelt.
Auch bei der Dämmung ihrer Gebäude gehen die Mönche mit Bedacht vor. Die Gebäude werden nach und nach gedämmt und dreifach verglast. Zwar nicht auf Niedrig-Energiehaus-Standard, das wäre zu teuer. Aber so, dass sie bei der Heizwärme zwei Drittel des Bedarfs einsparen können.
Und schon jetzt, innerhalb von acht Jahren, haben sie es geschafft, den Einsatz regenerativer Energien auf 95 Prozent hochzufahren und gleichzeitig den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. So wurden die Münsterschwarzacher Mönche getreu der alten Weisungen ihres Ordensgründers moderne Klimaschützer. Und haben für ihren Einsatz schon mehrere Umweltpreise gewonnen.
Abtei Münsterschwarzach
www.abtei-muensterschwarzach.de
zu "Regenerative Energie"
www.abtei-muensterschwarzach.de/...