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11.03.2010


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Sonnenenergie Bauernsohn als Solar-Unternehmer

Die Eltern lebten jahrzehntelang von der Milchwirtschaft - die Jungbauern lassen sich jetzt notgedrungen auf Neues ein. So geht ein junger Landwirt im Frankenwald einen neuen Weg: Abschied von den Kühen, Einstieg in die Solarkraft. Mario Münch hat bewiesen, dass es sich lohnen kann.

Ein Beitrag von Ulrich Detsch
Stand: 17.04.2009

Mario Münch zwischen Solarzellen

Mario Münch ist Elektrotechnik-Meister. Der 27-Jährige lebt und arbeitet auf dem elterlichen Bauernhof in Gössersdorf im Landkreis Kronach. In der Milchwirtschaft sieht er keine Zukunft. Für den Vater wird es nicht leicht sein, wenn bald die Landmaschinen stillstehen und der Stall leer sein wird. Finanziell dürfte der Abschied von den Kühen für Familie Münch kein Problem werden. Dafür hat Sohn Mario schon im Jahr 2004 gesorgt: mit einer der ersten großen Freiland-Solaranlagen Deutschlands.

Sicheres Einkommen dank Sonne

Solaranlagen auf dem Dorf

Bild vergrößern Bildunterschrift: Solaranlage auf dem Hausacker

Auf dem 11.000 Quadratmeter großen Hausacker hat er mit einer halben Million Euro Kredit gut 3.000 Solarzellen "gesät". Die Sonne beschert den Münchs eine Strom-Ernte, die auf 20 Jahre staatlich garantiert ist. Während der Milchpreis sinkt, schafft Mario mit dem Stromertrag der Sonne sich und seinen Eltern ein sicheres Einkommen.

Zitat

Mario Münch, Solar-Unternehmer:

"Die Kalkulation haben wir damals sehr vorsichtig aufgemacht, einfach um genug Reserven zu haben. Und da hat sich damals fast der Gedanke ergeben: okay, wir blasen es trotzdem ab. Aber jetzt ist es so, dass die Anlage irgendwo um sieben bis acht Prozent die damaligen Kalkulationen übertrifft, von der Leistung her einfach mehr heraus bringt und so ein sehr sicheres finanzielles Standbein ist für die Familie."

Erst belächelt, jetzt erfolgreich

Solaranlagen auf dem Dorf

Bild vergrößern Bildunterschrift: Solaranlagen auf den Bauernhof-Dächern

Fast hätten Marios Eltern vor fünf Jahren statt der Solaranlage einen neuen Stall gebaut. Heute sind sie froh, dass sie dem Rat ihres Sohnes gefolgt sind. Damals hat mancher Bauernkollege die Solarstrom-Begeisterung der Münchs belächelt. Heute ist Mario Chef eines aufstrebenden Unternehmens mit 17 Mitarbeitern und 20 Millionen  Euro Jahresumsatz. 70.000 Solarmodule verbaute der Elektrotechnik-Meister im Jahr 2008. Damit hat er sich in Deutschland einen Marktanteil von einem Prozent erkämpft. Vom kleinen Bauernhof-Büro aus berät er Kunden weit über die Region hinaus.

Zitat

Mario Münch, Solar-Unternehmer:

"Wir sind überzeugte Solarbauer. Und mit den neuen Modulen kann man auch auf Ost- und West-Dächern sehr gute Erträge erzielen. Die Technologie hat sich weiter entwickelt in den letzten Jahren."

Sinkende Einspeise-Vergütung, steigende Rentabilität

Münzen auf Solarzelle

Die Nachfrage steigt weiter, obwohl die Einspeise-Vergütung für Solarstrom auf Dächern von gut 57 Cent auf rund 43 Cent gekürzt wurde. Mario Münch beunruhigt es nicht, wenn der überhitzte Solarmarkt einen Dämpfer bekommt: Schlechte Solarzellen verschwinden vom Markt, die guten werden billiger und leistungsfähiger. Das mache Solarstrom noch rentabler als bisher, trotz gesunkener Einspeise-Vergütung. Bei der Kalkulation für seine Kunden kommt Münch meist auf eine Kapital-Rendite von 10 bis 13 Prozent.

Solarstrom im großen Stil

In Hummendorf bei Kronach baute Mario Münch 2007 eine der damals weltweit größten Freiland-Anlagen mit sogenannter Dünnschicht-Technologie. Sie wandelt mit einer dünnen Schicht Cadmiumtellurid statt mit Silizium das Sonnenlicht in elektrischen Strom. Mit zwei Megawatt Leistung speist diese Anlage Strom ins öffentliche Netz ein und bringt zehn Investoren Geld. Solch große Solarparks stoßen aber auf immer heftigere Bürgerproteste und immer strengere Genehmigungs-Auflagen. Mario Münch bleibt dennoch zuversichtlich. Mit immer effektiveren Solarzellen will er noch vielen Menschen, vor allem Landwirten, ein Einkommen aus Sonnenstrom ermöglichen - so wie er es für seine Eltern getan hat.

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