09.02.2010
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Das Café King in München: Hier sind wir verabredet. Denn von hier soll eine Revolution ausgehen, die die Welt rettet, und das ist kein Witz und auch kein Marketinggag: Der Münchner Szenewirtin Sandra Forster ist es völlig ernst mit ihrem Verzicht auf tierische Produkte jeder Art.
Von Daniela Weiland
Stand: 27.07.2009
Es muss aufhören, dass Tiere unseretwegen versklavt und umgebracht werden, sagt sie. Deshalb ist sie Veganerin, und deshalb hat sie vor einigen Jahren zusammen mit Michi Kern Deutschlands erstes veganes Restaurant aufgemacht, das Zerwirk in München, das es inzwischen aber nicht mehr gibt. Dafür kann man jetzt im Münchner Café King testen, wie vegane Küche schmeckt.
Bildunterschrift: Sandra Forster
Vegane Küche, das kennen wir schon seit der Graswurzelrevolution in den 70ern. Veganer, sind das nicht die 150-prozentigen Gutmenschen, denen weder ökologische, noch vegetarische Küche genug ist? Die uns ein schlechtes Gewissen machen wollen und uns gleich alles verbieten, was doch absolut harmlos zu sein scheint: Milch und Eier, Honig und Lederschuhe. Als wenn das Leben nicht ohnehin schon kompliziert genug wäre!
Aber so ist es nicht. Auch wenn im hinteren Teil des Kochbuchs verschiedene Artikel erläutern, warum wir uns in Zukunft vegan ernähren sollten (milliardenfaches Leid der Tiere, Überfischung, CO2-Ausstoß, Überbevölkerung, Gesundheit ...), - wer Sandra Forster kennenlernt, begreift schnell, dass sie keine Ideologin ist. Dass sie weit davon entfernt ist, ihre konsequente Haltung in Sachen Tierschutz und Ernährung zu benützen, um sich auf einen moralischen Überlegenheits-Sockel zu stellen. Diese Frau ist entspannt, realistisch, kompromissbereit. Was füttert sie eigentlich ihrem Hund? - Na Fleisch, sagt sie.
Und warum hat sie "Das vegane Kochbuch" herausgebracht? - Na, weil sie zeigen wollte, dass vegane Küche "sexy" ist. Sexy? - Blättern wir das Kochbuch einmal durch: Die Fotos von den Gerichten machen Appetit. Die Speisen wurden gut ins Bild gesetzt, aber auf alle Tricks, die Food-Fotografen so draufhaben, um Essen optisch noch attraktiver zu machen, wurde bewusst verzichtet. Diese Gerichte muss man nicht künstlich aufmotzen!
Die Rezepte sind kurz und sie sind einfach umzusetzen. Und die Zutatenlisten? Sicher, da gibt es das eine oder andere Gewürz, das man nicht in jedem Supermarkt bekommt, aber dennoch kann man es leicht woanders finden, und alles in allem kommt das ganze auch nicht teuer. Warum sollte man diese Küche also nicht einmal ausprobieren?
Bildunterschrift: Sandra Forster im Gespräch mit Armin Kratzert
Gesunde Zutaten, einfach zuzubereiten. Leichte Gerichte, die schmecken. So könnte die moderne Küche ja aussehen. Und selbst wenn man auch nur hin und wieder mal vegan kocht, ist ja schon etwas gewonnen. Es wäre immerhin schon ein Abrücken vom inzwischen üblichen täglichen Stück Fleisch auf dem Tisch.
Sandra Forster (Hg.)
Das Vegane Kochbuch
Blumenbar Verlag
24,90 Euro