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Dokumentarfilm Sportsfreund Lötzsch

Sandra Prechtel und Sascha Hilpert, die Gewinner des Doku-Wettbewerbs 2005, haben sich der Lebensgeschichte und persönlichen Dramas des DDR-Radsportlers Wolfgang Lötzsch angenommen und sie zu einem packenden Dokumentarfilm verdichtet.

Von Carlos Gerstenhauer
Stand: 11.07.2008

Wolfgang Lötzsch war einst das hoffnungsvollste Talent des ostdeutschen Radsports

Er war vielleicht das größte Talent im DDR-Radsport, das es je gab. Wolfgang Lötzsch aus Karl-Marx-Stadt hatte alles, was ihn für diesen Sport prädestiniert. Durchhaltewillen, auf Bahn und Straße versiert, ausdauernd, antrittstark, exzentrisch, schwer ausrechenbar. Doch Lötzsch war auch ein Nonkonformist, ein Risiko für die Machthaber und Sportfunktionäre im Arbeiter– und Bauernstaat. Einer, der jeder Zeit auch im Westen sein Glück hätte machen können. Der mangelnde politische Enthusiasmus des Radsportlers sollte sein Verhängnis werden. Die Stasi nahm ihn ins Visier und schaffte es sogar ihn zu inhaftieren. Doch Lötzsch kämpfte weiter.

Filminfo

Originaltitel: Sportsfreund Lötzsch (D, 2008)
Regie: Sandra Prechtel, Sascha Hilpert
Länge:  86 Min.

Die Filmemacher Sandra Prechtel und Sascha Hilpert haben sich der Lebensgeschichte und des persönlichen Dramas von Wolfgang Lötzsch angenommen und sie zu einem packenden Dokumentarfilm verdichtet. In Sportsfreund Lötzsch kommen die Stasi-Offiziere, Trainer, ehemaligen Lebensgefährtinnen genauso zu Wort wie Wolfgang Lötzsch selbst, der bis heute nur lakonische Kommentare für seine Tragödie findet.

Ein Schicksal aus Deutschland nicht mehr, und doch spiegeln sich in der Figur von Wolfgang Lötzsch die diabolischen und menschenverachtenden Strukturen des ostdeutschen Unrechtsregimes. Bis heute finden Stasi-Majore nicht zu Entschuldigungen und nur zu Rechtfertigungen. Sportsfreund Lötzsch arbeitet nicht nur Geschichte auf, er ist auch auf gewisse Weise ein Spiegel aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse. Er zeigt, was es bedeutet, wenn Täter und Opfer Tür an Tür wohnen müssen.

Sandra Prechtel und Sascha Hilpert waren 2005 die Sieger des Doku-Wettbewerbs vom Bayerischen Rundfunk und Telepool und konnten Dank dieser Unterstützung ihren Dokumentarfilm realisieren.

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