31.07.2010
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Elf internationale Regisseure, darunter "Soul Kitchen"-Schöpfer Fatih Akin schufen mit "New York, I love You" ihre ganz persönliche Liebeserklärung an den Big Apple und seine Bewohner: eine Sammlung skurriler, romantischer, humorvoller und auch tragischer Geschichten.
Von Thilo Wydra
New York, im Hier, Heute und Jetzt. Elf Geschichten in elf Episoden. Das Lebens- und Liebes-Karussell dreht sich. Einige finden sich, einige trennen sich, andere können weder miteinander, noch ohne einander. Die Menschen umkreisen sich, Frau und Mann, im ewigen Spiel um die Liebe. Einige bleiben dabei allein zurück wie der Autor (Ethan Hawke), der auf offener Straße in Soho eine völlig fremde Frau (Maggie Q) anspricht, da sie beide zum Rauchen draußen stehen. Er versucht, sie mit seiner eingesprochenen pseudoerotischen Prosa zu umgarnen. Doch die Dame ist beruflich in Liebesdingen unterwegs, der Autor blitzt ab.
Bildunterschrift: Ethan Hawke als selbstverliebter Schriftsteller
Ganz anders dagegen die kleine Geschichte um Alex (Bradley Cooper) und Lydia (Drea De Matteo), die sich kennenlernen, sich näher kommen, auseinander gehen und doch immer wieder Spuren nachgehen. Sie folgen vermeintlichen Zeichen des Schicksals, vielleicht doch füreinander bestimmt zu sein. Und dann ist da jene Episode um das alte Ehepaar, um Abe (Eli Wallach) und Mitzie (Cloris Leachman), die ihren 63. Hochzeitstag begehen, indem sie hinaus zur Uferpromenade von Brighton Beach spazieren. Er ist langsamer als sie, kommt nicht immer ganz mit, und sie stichelt, treibt ihn an. Da sind zwei Menschen, die ihr ganzes langes Leben miteinander geteilt haben, die sich so gut kennen wie nichts und niemand anderen sonst. 63 Ehejahre lang. Das eigentlich muss Liebe sein.
Originaltitel: New York, I love you (F/USA, 2008)
Regie: Fatih Akin, Mira Nair, Yvan Attal, Allen Hughes, Shunji Iwai, Jiang Wen, Shekkar Kapur, Joshua Marstonm Natalie Portman, Brett Ratner, Randall Balsmeyer
Darsteller: Hayden Christensen, Natalie Portman, Orlando Bloom, Chris Cooper
Länge: 103 Min.
Kinostart: 28. Januar 2010
Es sind elf Episoden, von elf Regisseuren inszeniert. Und alle sind sie irgendwie miteinander verwoben. Nach dem episodisch angelegten Gruppenfilm "Paris je t'aime" von 2006 trommelte Produzent Emmanuel Benbihy wieder Regisseure aus aller Herren Länder zusammen, diesmal für den Episoden-Liebesfilm "New York, I love You". Die nächsten Projekte dieser Art aus der „Cities of Love“-Reihe sind bereits in Vorbereitung, darunter etwa Rio de Janeiro, Shanghai und Mumbai. Für New York konnte der Pariser Produzent Regisseure wie Mira Nair, Yvan Attal, Fatih Akin oder Natalie Portman gewinnen. Und sie alle erzählen ihr New York, ihre ureigene Sicht auf die Stadt, die niemals schläft. Einige dieser Mikrokosmen sind sehr langsam erzählt, lassen sich Zeit, lassen den Moment stehen und spürbar werden. Andere wiederum ziehen am Zuschauer vorbei wie ein Lichtblitz.
Bildunterschrift: Eine der schönsten Szenen in "New York, I love You"
Schön etwa ist auch jene Episode, die ebenfalls draußen auf dem Bürgersteig spielt, vor einem Restaurant, wo auch hier ein Mann (Chris Cooper) rauchend steht. Eine Frau (Robin Wright Penn) stellt sich zu ihm, ebenfalls rauchend, und spricht ihn an. Sie reden miteinander, gehen dann einzeln hintereinander wieder ins Restaurant hinein. Und dort zeigt die Kamera sie schließlich an einem Tisch sitzend, so, als haben sie sich eben erst kennengelernt. Seit Jahren jedoch sind sie ein Paar.
Wegen solcher kleiner Lebensgeschichten ist "New York, I love You" sehenswert. Auch wenn manche Episoden etwas oberflächlich geraten sind.