09.02.2010
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Superstar Tom Hanks ist zum zweiten Mal als Harvard-Professor Robert Langdon einer religiösen Verschwörung auf der Spur. In der Fortsetzung von "The Da Vinci Code - Sakrileg" hat ein Wahnsinniger vier Kandidaten für die Papstnachfolge entführt.
Von Heidi Reutter
Stand: 06.05.2009
Über 750 Millionen Dollar hat der Vorgänger-Film weltweit eingespielt, in Deutschland sahen ihn immerhin sechs Millionen Menschen; dass die internationale Filmkritik "Sakrileg" durchfallen ließ, spielte offenbar keine Rolle. Der historienaffine US-Schriftsteller Dan Brown, dessen Verschwörungsbestseller dem Kinoerfolg zugrunde lag, fasziniert nun mal mit seinen enigmatischen Literaturkonstrukten die breiten Massen... Es war es also nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Verfilmung – und keine Glaubensfrage.
Bildunterschrift: Der Vatikan ist in Gefahr: Armin Müller-Stahl und Ewan McGregor.
Hatte Regisseur Ron Howard ("A Beautiful Mind", "Apollo 13"), im Erstling die geheimnisvollen Gottesmänner der katholischen Priestergemeinschaft von Opus Dei ("Werk Gottes") im Fokus, ist es diesmal der radikale Geheimbund der Illuminaten, die den Vatikan unterwandert haben sollen und nun die gesamte katholische Welt bedrohen. Die selbst ernannten Aufklärer als skrupellose Terroristen, Wissenschaft versus Religion. Das ist die problematische Dialektik, die dem Plot als theoretischer Unterbau dient und in der Folge als atemloser, pseudo-komplexer Wissensthriller umgesetzt wird.
Der letzte Papst ist eben verstorben, eine Milliarde Katholiken sind führerlos. Und just in dem Moment, wo es darum geht, einen neuen Oberhirten zu wählen, werden vier viel versprechende Anwärter entführt; die Kardinäle sollen getötet werden und eine Bombe soll den Vatikan vernichten. Hinter all dem stecken die Illuminati, die sich rächen wollen am Erzfeind, der katholischen Kirche. Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Bildunterschrift: Muss sich diesmal mit den Illuminaten herumschlagen: Tom Hanks als Robert Langdon.
Also muss, wie in "Sakrileg", erneut der gottlose Symbologe Professor Robert Langdon helfen (in bewährter Manier: Tom Hanks), das Unheil abzuwenden und die Botschaft des Feindes zu entschlüsseln. Und so wandelt Hanks alias Langdon, diesmal mit der attraktiven italienischen Physikerin Vittoria (Ayelet Zurer aus "München") an der Seite, 140 Minuten lang durch Roms Kirchen, Kryptas und Kappellen auf dem Weg der Erkenntnis, um Kardinäle und Vatikan zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit.
Originaltitel: Angels & Demons (USA, 2008)
Regie: Ron Howard
Darsteller: Tom Hanks, Ewan McGregor
Länge: 138 Min.
FSK: ab 12 Jahre (beantragt)
Kinostart: 13. Mai 2009
Die dechiffrierende Schnitzeljagd ist durchaus spannend umgesetzt, wenn auch nur vor imposant nachgebauten Kulissen, weil der Vatikan nach den blasphemischen Erschütterungen durch "Sakrileg" nicht kooperieren wollte: Dan Brown am Pranger. In den Hauptrollen glänzen diesmal Armin Müller-Stahl, der herrlich vielschichtig den Kardinal Strauss gibt. Außerdem der Brite Ewan McGregor als Camerlengo, eine Schlüsselfigur in jeder Hinsicht, zumal er für die Nachfolge des Papstes verantwortlich ist. Und welche Rolle spielt eigentlich der Chef der Schweizergarde (Stellan Skarsgard)?
Ron Howard legt viele falsche Fährten; wer der Strippenzieher sein könnte, muss erst noch im Dunkeln bleiben... Und so ist "Illuminati" ein unterhaltsam geratenes filmisches Spektakel, das actionreich, etwas kitschig und wortgewaltig daherkommt, aber glücklicherweise nicht allzu ernst genommen werden muss.
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