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31.07.2010


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Drama von Detlev Buck Same Same But Different

Benjamin genießt seinen Urlaub in Kambodscha, verbringt eine Nacht mit einer Prostituieren - und verliebt sich in sie. Zurück in Deutschland erfährt er, dass seine große Liebe HIV-positiv ist. Auf Grundlage von Benjamin Prüfers autobiografischem Roman hat Detlev Buck ein berührendes Drama inszeniert.

Von Margret Koehler

Szene aus "Same Same But Different" | Delphi

Ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Haschisch, ein bisschen Gefahr. Ben (David Kross) genießt mit seinem Freund und Mitbewohner die Backpackertour nach Südostasien. Er liebt das Freisein, das Abhängen und In-den-Tag-hinein-leben - bis er in der berühmten Disco "Heart of Darkness", in der sich schon GIs während des Vietnamkriegs zerstreut haben, Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) kennen lernt. Eine gemeinsame Nacht und es
ist um ihn geschehen - auch wenn er am Morgen 20 Dollar zahlt.

Verliebt in eine Kambodschanerin

Szene aus "Same Same But Different" | Bild: Delphi

Bildunterschrift: Ben (David Kross) genießt in Kambodscha den Müßiggang.

Sreykeo hält sich und ihre Familie als Prostituierte über Wasser. Nach Bens Rückkehr nach Deutschland bleiben die beiden in Kontakt. Er erfährt, dass ihr ständiger Husten nicht an der verschmutzen Luft in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penhs liegt, sondern an ihrer HIV-Infektion. Seine ersten Reaktionen sind Abwehr und Angst, schnell macht er einen Aids-Test. Negativ. Ihm fällt ein Stein vom Herzen. Doch die Sehnsucht treibt ihn wieder nach Kambodscha - trotz aller Zweifel.

"Der" Stoff für Detlev Buck

Die Handlung in "Same Same But Different" beruht auf einer wahren Begebenheit. "Bis dass der Tod sie mir wegnimmt" hieß der aufwühlende Beitrag, den Benjamin Prüfer 2006 in der Zeitschrift "Neon" veröffentlichte. Der später erschienene autobiografische Roman "Wohin du auch gehst" überraschte durch Offenheit. Nachdem er die ersten Seiten gelesen hatte, wusste Regisseur Detlev Buck, dass dies sein Stoff war. Schon seit der Filmhochschule wollte er die große Liebe thematisieren, eine Liebe in der Zeit der Globalisierung.die große Liebe thematisieren, eine Liebe in Zeiten der Globalisierung.

Unterschiedliche Gesichter eines Landes

Szene aus "Same Same But Different" | Bild: Delphi

Bildunterschrift: Ben hat sich unsterblich in Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) verliebt.

Buck, der erstmals außerhalb Deutschlands drehte, zeigt die zwei Seiten Kambodschas, die falschen und die realen Welten. Da hängen die Touris, die keine sein wollen, auf den pittoresken Dachterrassen der Guest Houses herum und finden bei Tee und Joint alles easy. Die Einheimischen selbst hausen in beengten Löchern oder Wohnblöcken, einem "Setzkasten mit Menschen darin", wie es Prüfer beschreibt. Der Film gibt das realistisch wieder. Phnom Penh ist dreckig, im Geknatter der Mopeds atmet man Staub und Abgase. Ein unwirtlicher Ort, über den nur die Dunkelheit gnädig ihren Schatten legt. Und dann ist da noch das andere Kambodscha - die weiten Reisfelder auf dem Land, das helle Licht, die bunte Hochzeit, die machtvollen Ruinen von Angkor Wat. Kamerafrau Jana Marsik bringt beides zusammen, als Gegensatz und Ergänzung, verzichtet auf Postkartenschönheit, zeigt beiläufig ein Schild, das im scheinbaren Paradies vor Landminen warnt.

Ein Film, der Vorurteile abbaut

Filminfo

Originaltitel: Same Same But Different (D, 2009)
Regie: Detlev Buck
Darsteller: David Cross, Apinya Sakuiljaroensuk, Anatole Taubman, Mario Adorf
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 21. Januar 2010

Wie das Buch macht auch der Film Privates öffentlich, baut Vorurteile ab, nicht nur in der Rollenverteilung deutscher Mann und Asiatin, Täter und Opfer, sondern auch in den gängigen Vorstellungen über Aids. Und - ganz wichtig - die männliche Hauptfigur in seiner Unsicherheit, Neugier und Lebenslust bestens gespielt von David Kross, ist kein naiver Weltverbesserer. Ben ist vielmehr ein junger Mann mit Fehlern und Egoismen. "Same Same But Different" beweist in der Fiktion, dass nichts spannender ist als die Wirklichkeit.

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