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09.02.2010


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Bruxismus Zähneknirschen - wann wird es gefährlich?

Zähneknirschen im Schlaf kann nicht nur dem Partner den letzten Nerv rauben. Auch der "Knirscher" leidet darunter, denn er setzt seine Zähne einem enormen Druck aus. Die Folge: Zahnabrieb, Schmerzen im Kiefergelenk, Nacken und Schultern oder im Schläfen- und Ohrenbereich.

Von Susanne Delonge, Jan Kerkhoff
Stand: 15.09.2009

Elektroden an der Backe, Untersuchungsergebnis und ein strahlendes lächeln

Hauptfunktion unserer Zähne ist das Zerkleinern von Nahrung. Was aber, wenn wir unbewusst - vor allem nachts - mit unseren Zähnen knirschen und mahlen? Wenn unser eigenes "Knirschen" uns den Schlaf raubt? Bruxismus, wie "Zähneknirschen" in der Fachsprache genannt wird, kann nicht nur sehr störend sein, sondern auf die Dauer auch zu schweren Schäden führen. Starke "Knirscher" setzen ihre Zähne und ihr Kausystem einem enormen Druck aus. Dieser Druck auf die Zahnreihen kann bei Frauen bis zu 300 Kilo, bei Männern bis zu 400 Kilo erreichen. Darunter leiden vor allem die Zähne und das Kiefergelenk. Schmerzen können auch in den Nacken- und Schulterbereich oder in den Schläfen- und Ohrenbereich ausstrahlen.

Dauer- und Stressknirscher

Verzweifelter Mann hält sich die Hände vor das Gesicht

Den Grund für Bruxismus vermuten Experten in falschen Zahnstellungen. Eine der Hauptursache für Knirschen und Pressen ist heutzutage aber Stress. Man unterscheidet zwischen Patienten, die in Extremstresssituationen anfangen, mit den Zähnen zu knirschen und sogenannten Dauerknirschern.

Erstere sind zum Beispiel junge Erwachsene, die im Prüfungsstress sind, oder aber Menschen, die Jobsorgen oder Partnerschaftsprobleme haben. Probleme, die sich meistens nach einer Zeit wieder legen. Anders die Dauerknirscher. Die machen in wenigen Jahren aus ihren ursprünglich gesunden Zähnen eine Ruine.

Im sogenannten Kausimulator untersuchen Zahnmediziner der Uni München, wie schnell Zahnsubstanz schwinden kann. Die Maschine simuliert den Zahnabrieb im Dauertest: Statt nur 30 Minuten täglich, wie beim normalen Kauen, reiben hier die Zähne ständig aufeinander – genau wie beim extremen Zähneknirschen. Ist erst einmal der Zahnschmelz – die härteste Substanz im Körper - weggerieben, kann das schnell schmerzhaft werden.

Lernen, sich zu entspannen

Frau macht Yoga

Bildunterschrift: Versuchen Sie, sich öfter zu entspannen - durch Yoga, Gymnastik oder autogenem Training.

Erste Hilfe bei Bruxismus bietet eine Aufbissschiene, die nachts getragen wird und den Kiefer und das Kiefergelenk entlastet. Doch bei Dauerknirschern genügt diese Schiene alleine nicht.
Sie müssen lernen, sich zu entspannen und den Stress tagsüber abzubauen, damit sie ihn nicht nachts bewältigen müssen. Wie man sich am besten entspannt und seine verkrampfte Muskulatur lockert, muss jeder selbst herausfinden. Gymnastik, autogenes Training oder einfache Entspannungsübungen können helfen.

Schwere gesundheitliche Schäden durchs Dauerknirschen

Nicht immer lassen sich die Probleme schnell in den Griff bekommen. Bei einigen Dauerknirschern sind die Schmerzen häufig sehr schlimm - nicht nur im Gebiss, sondern vor allem im Nacken und im Kiefergelenk. Dazu können heftige Schwindelanfälle kommen. Die Ursache: Das andauernde Knirschen führt zu einer Veränderung der Lage des Kiefergelenks. Die Zähne passen nicht mehr zueinander und weitere Schmerzen entstehen.

Grafik Schädel

Bildunterschrift: Schädelmodell

Am Schädelmodell wird es deutlich: Normalerweise hängt der Unterkiefer entspannt in einer "Ruheschwebe", die Zähne beißen nicht aufeinander, nichts tut weh. Erst bei einer Störung – etwa wenn der Biss nicht stimmt – kann der Unterkiefer in eine falsche Lage kommen. Jetzt drückt das Gelenkköpfchen bei jeder Bewegung in Richtung Innenohr und kann starke Schmerzen verursachen. Schwindelanfälle durch Zähneknirschen – nicht überraschend, wenn das Kiefergelenk direkt auf das Innenohr und damit auf das Gleichgewichtsorgan drückt.

Auch diese Störung behandelt der Zahnarzt mit einer Schiene. Sie ist so konstruiert, dass sie nicht nur das Knirschen verhindert, sondern den Unterkiefer auch wieder in eine entspannte, gerade Haltung bringt.

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