02.09.2010
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Ist denn schon wieder Weihnachten? Für die Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Zimtstern und Halbmond" ist der frisch gefallene Schnee ein Geschenk. Denn die arabisch-bayerische Culture-clash-Komödie spielt im Schnee zu Weihnachten. Ein Drehbericht.
Von Dr. Stephanie Heckner
Stand: 17.03.2010
Robert Atzorn verkörpert in der Geschichte einen Kapitän, der vor vielen Jahren aus Liebe zu seiner Frau Lisbeth nach Bayern gezogen ist. Nun geht er in Rente und freut sich darauf, dass seine Tochter Barbara wieder häufiger zu Hause sein wird, da sie gerade ihren Pilotenschein gemacht hat und in München stationiert sein wird.
Regie: Matthias Steurer
Drehbuch: Daniel Speck
Darsteller: Robert Atzorn, Gundi Ellert, Lisa Maria Potthoff, Omar El-Saeidi
Zu Weihnachten steht jedoch nicht nur Barbara vor der Tür, sondern auch ihr neuer Freund. Und der ist Palästinenser, Moslem, und er stammt aus Betlehem. Eigentlich sind Lisbeth und Gottfried liberal denkende Menschen, aber da wo es um die Tochter geht, werden plötzlich alle Vorurteile wach.
Dabei ist Gottfried selbst vor vielen Jahren in der kleinen bayerischen Gemeinde ein Fremder gewesen - ein Nordlicht, das man erst eingemeinden musste.
Bildunterschrift: Gottfried (Robert Atzorn) und die Redakteurin Dr. Stephanie Heckner
Aus Liebe zu Lisbeth war Gottfried sogar zum katholischen Glauben übergewechselt, weil Lisbeth der festen Überzeugung ist, dass eine Ehe nur hält, wenn sie vor ihrem katholischen Gott geschlossen wird. Insofern müsste Gottfried eigentlich jedes Verständnis für die jungen Leute haben. Weitgefehlt.
Die Komödie, zu der Daniel Speck ("Meine verrückte türkische Hochzeit") das Buch geschrieben hat, spielt mit feinem Witz alle Vorurteile aus und schaut hinter die Fassaden. Die "Zimtstern und Halbmond"-Filmfamilie arabischer, bayerischer und norddeutscher Herkunft ist an diesem Drehtag auf dem Chiemsee schon eng zusammengewachsen.
Bildunterschrift: Sigi Zimmerschied bekommt die Haare gekämmt.
Da kann das bisschen Kälte - gefühlte minus 20 Grad - die Stimmung nicht trüben. Mitten in der großen Gesellschaft, die sich im Bauch des Chiemseer Schiffes versammelt hat, steht Sigi Zimmerschied mit einem weißem Priesterkragen unter der grünen Daunenjacke. Er spielt in "Zimtstern und Halbmond" den Pfarrer Josef, der den damals frisch konvertierten Gottfried katholisch getraut hat und von dem Barbara - ginge es nach Lisbeth - eigentlich auch getraut werden sollte. Katholisch eben. Wenn nicht Kamals aus Palästina angereiste Eltern wären, die darauf bestehen, dass ein Imam die jungen Leute traut. Islamische gegen katholische Hochzeit ...
Bildunterschrift: Barbara (Lisa Maria Potthoff)
Wie sich dieser Konflikt löst wird man im Film sehen. Noch kuschelt sich Lisa Maria Potthoff, die die Barbara spielt, abwechselnd an eine rosa und eine hellblaue Wärmflasche. In jedem möglichen Augenblick tauscht sie die weißen Jimmy Choe Stöckelschuhe gegen dicke Moonboots, um die kalten Füße zu wärmen.
Während Regisseur Matthias Steurer im Bauch des Schiffes die Hochzeitsfeierlichkeiten inszeniert, bemüht sich Andi von der Chiemsee Schifffahrt, die M.S. Michael so zu steuern, dass sie "auf Anschluss" fährt. Keine leichte Aufgabe bei dem Wind. In ein paar Tagen ist die arabisch-bayerische Komödie abgedreht. Spätestens dann darf es Frühling werden.