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10.02.2010


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Dokumentarfilm Mitternachtskino - Midnight Movies

Stuart Samuels Dokumentarfilm "Mitternachtskino" über diese Nachtschiene zeigt den Wandel vom gemeinschaftlich erlebten Kult aus den 70er-Jahren zum Mainstream der Gegenwart. Ungewöhnlich lange Ausschnitte aus den ausgewählten Beispielen und ausführliche Interviews mit den Kult-Regisseuren machen ihn zu einem cineastischen Vergnügen der Extra-Klasse.

Filmszenen aus Mitternachtskino - "Midnight Movies"

Die 70er-Jahre markierten einen Wendepunkt in der modernen amerikanischen Kultur. Gleichsam als Revolte gegen die Nachkriegsgeneration begann sich - und dies weltweit - eine Jugendkultur zu entwickeln, die ihre eigenen Kriterien in Sachen Filmästhetik und -inhalt aufstellte. Der beste Beweis für diese neue Entwicklung ist eine Handvoll von Filmen, die während der 70er-Jahre entstanden sind und unter dem Begriff "Midnight Movies" bekannt wurden.

Filminfo

Originaltitel: Midnight Movies - From the Margin to the Mainstream (USA/CDN, 2005)
Regie: Stuart Samuels
Länge: 87 Min.

Stereo + 16:9

"Mitternachtskino" erzählt die Geschichte dieser Filme. Der Dokumentarfilm setzt sich nicht nur mit dem Inhalt der Filme auseinander, sondern untersucht auch ihren Einfluss auf die Popkultur. So gelingt ein historischer und zugleich auch kulturell hochinteressanter Rückblick in diese aufregende Umbruchszeit. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms - und präsent durch zahlreiche Filmausschnitte - stehen die Filme, die das Medium Film damals neu erfunden haben, indem sie die bis dahin geltenden Grenzen des "guten Geschmacks" und der sozialen Tabus durchbrachen.

Ihre Filmemacher teilten ein und dasselbe Ziel: Sie wollten die traditionellen Aspekte des Filmemachens über Bord werfen und Kino außerhalb alter cineastischer Normen erschaffen. Es entstanden Filme, die für ein rituelles Sehen bestimmt waren, und nicht dazu, einen schnellen Box Office-Erfolg zu gewährleisten.

Filmszene aus Mitternachtskino - "Midnight Movies"

Bildunterschrift: Regisseur Stuart Samuels

Damit veränderten diese Filmemacher nicht nur das Angesicht des Films, sondern auch die Sehgewohnheiten des Publikums und bestimmten damit, wie noch heute Independent-Filme wahrgenommen werden. Ein Kinobesuch in den 70er-Jahren wurde bei diesen Filmen zu einem Ereignis. Jedes Wochenende um Mitternacht kam das Publikum in die Kinos, um immer wieder einen speziellen Film zu sehen. Der Kinobesucher wurde Teil einer bestimmten sozialen Gruppe, die ein übereinstimmendes intellektuelles, cineastisches und kulturelles Verständnis einte. Eine Jugend in der Krise probte einen Gegenentwurf zum Leben der Elterngeneration.

Die Filme

Filmszene aus Mitternachtskino - "Midnight Movies"

Bildunterschrift: Filmszene aus "El Topo"

Alejandro Jodorowskys genialisch bizarrer Horror-Western "El Topo", eine Weiterschreibung des Italowesterns, gilt als der eigentliche Initialzünder für das "Mitternachtskino". David Lynchs Fantasy-Vision "Eraserhead" lief zwei Jahre nur mitternachts, John Waters gelang mit der schrägen Krimikomödie "Pink Flamingos" der Durchbruch, George A. Romeros Trash-Version eines Horrorfilms "Die Nacht der lebenden Toten" wurde zum absoluten Kult, Perry Henzells "The Harder They Come" sorgt für die Unsterblichkeit des legendären Reggae-Musiker Jimmy Cliff und das Phänomen "The Rocky Horror Picture Show" ist bis heute ensuite in bestimmten Kinos zu sehen und damit das erfolgreichste "Midnight Movie" aller Zeiten.

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