10.02.2010
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Der in Berlin geborene Michael Ballhaus, Deutschlands hochdekorierter Weltstar unter den Kameraleuten, arbeitete in den 70er Jahren auch mit Fassbinder zusammen. Anfang der 80er Jahre suchte er sein Glück in Amerika, wo er mit seiner Kameraführung 42 Kinofilme prägte.
Mit Vera Tschechowa, bis 1996 Schauspielerin, seit einigen Jahren Filmemacherin und mit Ballhaus befreundet, begibt sich Michael Ballhaus, Deutschlands einziger Weltstar seines Fachs, auf die "Reise durch mein Leben". Der Film beginnt in den USA und in Hollywood - dort, wo Ballhaus seinen globalen Ruhm begründete, wo er über 20 Jahre lang (meist) mit seiner Familie lebte und arbeitete, drei Oscar-Nominierungen und etliche andere Auszeichnungen verbuchte, wo man ihm den für ihn wichtigsten Preis seiner Karriere - den Preis der Vereinigung amerikanischer Kameraleute, also seiner Kollegen - verlieh.
Originaltitel: Michael Ballhaus - Eine Reise durch mein Leben (D, 2008)
Regie: Vera Tschechowa
Länge: 57 Min.
Stereo + 16:9
Er nahm ihn aus der Hand von Martin Scorsese entgegen, seit ihrer ersten Zusammenarbeit (Die Zeit nach Mitternacht, 1985) ein enger Freund, mit dem er auch dessen ersten Regie-Oscar für "Departed -Unter Feinden" und seinen eigenen (vorläufigen?) Abschied von der Kamera-Karriere feierte. Er begegnet dem Hollywood-Star Dustin Hoffman, mit dem er nicht nur drei Filme machte - 1985 die Arthur-Miller-Verfilmung "Tod eines Handlungsreisenden", 1995 den Sci-Fi-Thriller "Outbreak - Lautlose Killer" und 1996 das Kriminaldrama "Sleepers" - sondern, der ihm auch einmal das Leben rettete. 2006 starb Ballhaus' Frau Helga, beinahe 50 Jahre seine Gattin und engste Mitarbeiterin und Managerin, für Ballhaus ein Grund mehr, sein amerikanisches Leben ad acta zu legen und in die Heimat zurückzukehren.
Mit Vera Tschechowa besucht er Coburg, wohin er und seine Eltern 1942 vor dem Bombenhagel aus Berlin flohen, er besucht das alte, jetzt verfallene Schloss in Metzhausen, das seine Familie nach dem Krieg zu einem Theater und kulturellen Treffpunkt aufbauten, wo er in einer Großfamilie aufwuchs und wo er seiner späteren Frau Helga zum ersten Mal begegnete, "ohne die ich nie diese Karriere hätte machen können". Ballhaus spricht über seine Söhne Florian und Jan Sebastian, die seit "Outbreak'" mit ihm zusammenarbeiteten.
Er begegnet seinem Freund, dem Regisseur und Autor Peter Lilienthal, den er an seinem ersten "Arbeitsplatz", dem Südwestfunk in Baden-Baden, Ende der 50er Jahre kennenlernte und mit dem er sechs Filme zwischen 1960 und 1982 realisierte (u. a. "Der Aufstand" und "Dear Mr. Wonderful"). Mit dem deutschen Regisseur Tom Tykwer unterhält er sich über die ebenso anstrengende wie fruchtbare Zusammenarbeit mit Deutschlands Regie-Berserker Rainer W. Fassbinder, bei der die "beiden sich immer gegenseitig gesteigert haben" - bis zur Grenze des überhaupt Möglichen.