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21.11.2009


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Dokumentarfilm Hier Strauss

Im Februar 1965 heftete sich der amerikanische Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker an die Fersen des CSU-Politikers Franz Josef Strauß, beobachtete ihn in seinem Büro, beim Diktat, bei Wahlveranstaltungen und Fraktionssitzungen, aber auch im Gespräch mit seiner Frau Marianne.

Stand: 20.09.2008

Franz Josef Strauß

Februar 1965: Der CSU-Politiker Franz Josef Strauß, Bundestagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender, fährt zu seinem Büro. Ein langer, arbeitsreicher Tag wie viele andere warten auf ihn. Drei Jahre zuvor hatte er durch die Spiegelaffäre sein Amt als Bundesverteidigungsminister abgeben müssen - nicht das einzige Gefecht, das der impulsive Strauß mit der Presse, mit Feinden und vermeintlichen Feinden austrug.

Filminfo

Originaltitel: Hier Strauss (USA, 1965)
Regie: D.A. Pennebaker
Länge: 34 Min.

Der bekannte amerikanische Dokumentarfilmer D. A. Pennebaker beobachtete den Vollblutpolitiker in Fraktionssitzungen, Pressekonferenzen, beim Diktat und im freundlich frotzelnden Umgang mit der Sekretärin, in heißen Diskussionen mit Parteifreunden und in vollen Sälen, umjubelt von seinen Anhängern. Er fängt einen erschöpften F.J. Strauß im abendlichen Gespräch mit Ehefrau Marianne ein - ein Gespräch, das die wichtige Rolle enthüllt, die sie beratend und bestimmt urteilend auch für den Politiker Strauß spielte.

Franz Josef Strauß

Vor 20 Jahren, am 3. Oktober 1988, starb der bayerische Ministerpräsident, inzwischen zur Legende und zum Übervater geworden, unerwartet im Alter von 73 Jahren. Pennebakers Dokumentation zeigt ihn zu einer Zeit, da er sich von der Spiegelaffäre längst erholt hatte und ein Jahr vor seiner Übernahme des Finanzministeriums in Bonn (1.12.1966). Pennebakers Momentaufnahmen aus dem Leben eines Politikers sind beeindruckend spontan, sie zeigen den damals 50-Jährigen als einen Kämpfer, einen Charmeur, einen Spötter und als einen erschöpften Menschen, sie zeigen das politische und das private Gesicht.

Wie kam ein amerikanischer Dokumentarfilmer dazu, einen deutschen Politiker vor die Kamera zu locken, der aus seiner Sicht nur provinzielle Bedeutung haben konnte? Pennebaker erinnert sich im Gespräch mit Angelika Wittlich: "Meine Ankündigung, einen Film über Strauß zu machen, provozierte wildes Gelächter. Es schien eine absurde Idee zu sein. Man nahm ihn entweder nicht ernst oder hielt ihn für einen üblen Charakter, eine Person jedenfalls, die man nicht leiden kann. Das interessiert mich immer. Diese Menschen bekommen ein bestimmtes Raster übergestülpt, aus dem sie nicht mehr herauskönnen. Was Franz Josef Strauß anging - ich war erstmal entschlossen, ihn sympathisch zu finden".

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