09.02.2010
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Bernhard Wicki in eigenen Worten. Elisabeth Wicki-Endriss hat mit diesem Dokumentarfilm der Filmlegende Wicki ein Denkmal gesetzt: Die aufwühlende Nahaufnahme einer großen Künstlerseele, ein Privatissimum und eine Reise durch die Zeit mit einem großen Mann.
Bernhard Wicki erzählt die Erinnerungsstücke von Triumph und Niederlage selbst, die aus diversen TV-Portraits und aus vielen Stunden von Audio-Aufzeichnungen der letzten Jahre seines Lebens zusammengestellt sind. Er macht sich zum Zeugen seines erlebten Jahrhunderts und steht im Dialog mit dem Erzähler, seinem Freund Maximilian Schell.
Originaltitel: Verstörung und eine Art von Poesie (D, 2007)
Regie: Elisabeth Wicki-Endriss
Länge: 119 Min.
Wickis Lebensbericht wird durch den "Zitator Bernhard", Michael Mendl, ergänzt, der sich auf Spurensuche begibt. Eine Spurensuche nach dem Menschen Bernhard Wicki, wahrhaftig, widersprüchlich, im letzten rätselhaft - sensibel und unbequem, zuweilen mit geballter Faust und verwurzelt in seiner Liebe zum "Bilder machen" und zu Poesie. Die frühen Gedichte Bernhard Wickis werden von Klaus Maria Brandauer "in Freundschaft und Verbundenheit zu Bernie" gelesen.
Zusammen mit ihnen führt Wicki den Zuschauer an die Originalschauplätze seines Lebens, unterfüttert mit umfassendem Archiv- und Ausschnittmaterial. Er beschreibt seine Jugend, die Prägungen durch die Zeit im KZ Sachsenhausen "außerhalb jeglicher Vorstellung", den "Paukenschlag" durch seinen ersten Spielfilm "Die Brücke", gefeiert in der ganzen Welt, den Ruf nach Hollywood, die Überwindung einer Krebskrankheit, die Rebellion gegen sich selbst und den unerbittlichen jahrelangen Kampf um seinen Spielfilm "Das Spinnennetz", der sein letzter sein wird.
Schließlich die Beharrlichkeit um seine beiden Frauen Agnes Fink (1919-1994) und Elisabeth Endriss, die er 1977 kennenlernte und 1995 heiratete - ein elementarer Aspekt seines Weges. Am Ende eines Lebens der Extreme steht in einer Zeit der schweren Krankheit ein Mensch voller Klarheit und Würde, der schonungslos auch mit sich selbst bittere Bilanz zieht.
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