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21.11.2009


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Capriccio Die Themen vom 23. Oktober 2008

Der Todesberg!
Philipp Stölzl inszeniert das Drama von 1936 an der Eiger Nordwand

(Autor: Andreas Krieger)

Nordwand (Filmszene, Detail)

Bildunterschrift: "Nordwand"

Die Eiger Nordwand, ein Todesberg, eine "Mordwand" und ein Faszinosum: Vor drei Wochen berichtete Capriccio über den Dokumentarfilm des Bergsteigers Joe Simpson, der das Drama von 1936 um den Bergsteiger Toni Kurz nachzeichnete. Jetzt hat Regisseur Philipp Stölzl diesen misslungenen Erstbesteigungsversuch als packenden Spielfilm inszeniert, der diese Woche in die Kinos kommt: "Nordwand". Die Dreharbeiten der BR-Koproduktion begannen 2006 am Eiger. Und die Schauspieler Benno Führmann und Florian Lukas, die die tragischen Helden Toni Kurz und Anderl Hinterstoisser spielen, wurden für den Film von Regisseur Stölzl über ein Jahr lang zum Klettertraining geschickt. Die Eiger Nordwand ist nach wie vor ein tückisches Gebiet, einfach so besteigen lässt sie sich nicht, und die Schauspieler wurden für den Film auch nicht hochgeschickt! 1936 kostete die Nordwand die erfahrensten Bergsteiger ihrer Zeit das Leben, als Kurz und seine Mitstreiter an ihr scheiterten. "Nordwand" erzählt jedoch nicht nur das Bergdrama, sondern bettet diese Geschichte in die Zeitgeschichte ein: 1936, das Jahr der Berliner Olympiade. Die Nazis brauchten Helden und die Eiger Nordwand war eine der letzten ungelösten Herausforderungen der Alpen. Die Welt schaute damals zu, als Kurz, Hinterstoisser, Rainer und Angerer sich aufmachten. Und sie schaute zu, fassungslos, als sie alle verunglückten. "Nordwand" erzählt eindrücklich von dieser Hybris. Erst zwei Jahre später übrigens gelang die Erstbesteigung und wurde prompt von den Nazis zur Propaganda genutzt.

Kino Kino: Bergdrama "Nordwand”
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Heimatfilm Spezial - Der Berg ruft - "Nordwand"
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Im Feuerwehrwagen zum Konzert:
LaBrassBanda - die Kultband aus dem Chiemgau

(Autor: Andreas Krieger)

LaBrassBanda

Bildunterschrift: LaBrassBanda

Tuba, Posaune, Trompete, Schlagzeug, Bass: Das sind LaBrassBanda, eine fünfköpfige Band aus dem Chiemgau. Sie macht Blasmusik, die in die Beine geht! LaBrassBanda spielt eine wilde, Mischung aus Funk, Dub, Ska, Mariachi und Balkan-Rhythmen. Dabei kommen auch traditionelle bayerische Einflüsse keineswegs zu kurz. Und das Ganze ergibt trotzdem keinen Mischmasch, sondern einen druckvollen, eigenen Sound. Die fünf jungen Musiker verstehen ihr Handwerk. Ihre Instrumente haben sie studiert und schon in verschiedenen Orchestern und Formationen erprobt. Gegründet hat sich LaBrassBanda, erst letztes Jahr. Seitdem ist die bayerische Band fast dauernd unterwegs: in Wirtshäusern, auf Festivals und in Clubs von England bis nach Italien. Capriccio hat das Fünf-Mann-Orchester in Übersee am Chiemsee besucht und einen Tag lang begleitet. Auf einem alten Schweizer Feuerwehrwagen, den die Band zum Tourbus umgebaut hat, ging es nach Salzburg ins Studio. Dort spielte die Formation mit einem Streichensemble vom Mozarteum Aufnahmen ein. Aber das war längst nicht alles: Auch der schöne Salzburger Mirabellgarten wurde noch unsicher gemacht - mittels eines spontanen Bläsersatzes. Und abends stand dann noch ein Konzerttermin auf einer Studentenfete auf dem Programm. Langeweile kommt da keine auf! ...

Das Debutalbum von LaBrassBanda ist unter dem Titel "Habediehre" bei Trikont erschienen.

on3radio präsentiert LaBrassBanda on Tour:
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München und Karl Valentin:
Eine unendliche Geschichte - mit gutem Ausgang?

(Autorin: Angelika Kellhammer)

Karl Valentin

Bildunterschrift: Karl Valentin

In München starb er vergessen und verarmt: Karl Valentin, Humorist, Erfinder, Medienpionier. Von Zeitgenossen wie Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Samuel Beckett wurde er hoch geschätzt  und an der Seite seiner kongenialen Partnerin Liesl Karlstadt feierte er große Erfolge. Die Heimatstadt des Großkomikers hat sich nach seinem Tod allerdings nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Sie hätte den Nachlass von Valentin günstig haben können, alleine sie wollte ihn nicht - nach dem Krieg hatte man kein Geld für so etwas. Zum Glück hat ihn dann ein Kölner gekauft, so dass er nicht zerstreut oder gar weggeschmissen wurde. - Heute ist Valentin längst wieder ein Großer und auf der ganzen Welt berühmt für seinen beißenden, abgründigen Humor. Er war aber nicht nur Witze-Erfinder, sondern auch technisch auf der Höhe seiner Zeit und dieser oft sogar eine gute Nase lang voraus. Eine Ausstellung, die zuvor schon in Düsseldorf, Frankfurt am Main und Berlin gastierte, ist jetzt zu guter Letzt auch in München angekommen. Sie würdigt Valentin als Medienkünstler und holt, wenn auch nur für kurze Zeit, Valentin-Original-Objekte wieder in seine Stadt. Fotos, Filme, Handschriften, Schallplatten, Plakate: Die über 300 Exponate zeigen wie experimentierfreudig und einfallsreich Valentin zu Werke ging. Bereits 1912 fing Valentin an zu filmen, und er gründete die erste Münchner Filmproduktion. Seinen ersten Tonfilm erfand er, bevor er eine Tonspur hatte: Er ließ die Geräusche einfach live hinter der Kinoleinwand erzeugen. 60 Jahre nach seinem Tod wirkt Valentins Komik kein bisschen verstaubt. Nach langen Jahren der Vernachlässigung hat die Stadt München das privat betriebene "Valentin Karlstadt Musäum" jetzt beim Umbau und der Ausstellungs-Neupräsentation unterstützt. Große Münchner Theater, wie etwa die Kammerspiele oder das Volkstheater, haben ihn allerdings noch nicht wirklich wiederentdeckt, ganz im Gegensatz zu kleineren Bühnen hierzulande und Theatermachern im Ausland. Da wäre also durchaus noch was zu holen - denn Valentin ist Avantgarde und großes Theater

Die Ausstellung "Karl Valentin - Filmpionier und Medienhandwerker" läuft bis zum 11. Januar 2009 im Deutschen Theatermuseum München.
www.stmwfk.bayern.de/..

Karl Valentin als Medienkünstler
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Audio: Karl Valentin als Filmpionier - das Theatermuseum präsentiert die cineastischen Arbeiten des bayerischen Originals.
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Dossier: Karl Valentin und Liesl Karlstadt - Zwei bayerische Komiker von Welt
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Valentin Karlstadt Musäum
www.valentin-musaeum.de

Eine Neuedition der Kurzfilme von Karl Valentin & Liesl Karlstadt erschien auf drei DVDs im Verlag Film 101 München.



Bilder im Takt des Cool-Jazz …
Ein Nachruf auf den großen Fotografen William Claxton

(Autor: Matthias Leybrand)

William Claxton

Bildunterschrift: Meister der Jazz-Fotografie: William Claxton

Er war kein Jazz-Musiker, aber ohne ihn wäre die Welt des Jazz ärmer: Der Fotograf William Claxton holte diese Musik perfekt ins Bild. Ob Charlie Parker, Duke Ellington, Dave Brubeck, Billie Holiday, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Charlie Mingus, Thelonious Monk oder John Coltrane: Claxton zeigt sie uns so, dass das Lebensgefühl des Jazz aus den Fotos überspringt. Der Jazzfan Claxton fing in den 50er-Jahren an, seine Idole, die damals oft noch am Beginn ihrer Karriere standen, zu fotografieren. Berühmt wurde seine Serie über Chet Baker. Dieser junge Jazz-Trompeter war noch nahezu unbekannt, als Claxton ihm begegnete. Seine Fotos trafen den Nerv der Zeit und gaben Chet Baker ein Star-Image, das half, ihn berühmt zu machen. 1960 reiste Claxton dann mit dem deutschen Musikwissenschaftler Joachim-Ernst Berendt durch die USA und fotografierte Musiker in Jazz Clubs und auf der Straße. Diese Fotos erschienen im Bildband "Jazzlife" - eine Legende und ein Meilenstein der Musik-Fotografie. In den 60er-Jahren fing Claxton auch an, als Modefotograf zu arbeiten. Modell stand ihm dafür seine Frau Peggy Moffit, eines der Top-Models ihrer Zeit. Seine Bilder erschienen unter anderem in der "Life", in "Vogue" und "Paris Match". Nicht nur Jazzer, auch Hollywood-Größen suchten seine Kamera. Steve McQueen etwa, im Jaguar auf dem Mulholland Drive. Die beiden verband eine jahrelange Freundschaft, von der ein eigener Bildband zeugt. Claxtons Bilder sind "Jazz fürs Auge". Am 11. Oktober ist der große Jazzfotograf Claxton, einen Tag vor seinem 81. Geburtstag in Los Angeles gestorben.

William Claxtons Bildbände "Jazzlife" und "Steve McQueen" sind im Taschen Verlag erhältlich.

Wiliam Claxton: Das Auge des Jazz
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