09.02.2010
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Olli Kahn hat mittlerweile Abstand gewonnen vom aktiven Geschehen auf dem Platz, hält stattdessen Vorträge, unterstützt Schulen, ist TV-Experte und spielt leidenschaftlich Golf. "Es reichte einfach", sagt Oliver Kahn. "Jetzt hat eine andere Art des Lebens angefangen." Dennoch eine, die immer noch viel mit Fußball zu tun hat, viel Herzblut für den FC Bayern eingeschlossen.
Stand: 26.10.2009
Die Tatsache, dass es bei den Bayern nicht so läuft, wie erhofft, macht Kahn an zwei Faktoren fest - der fehlenden Zeit und dem, nach seiner Ansicht, Mangel an Hierarchie innerhalb der Mannschaft. "Wenn Du beim FC Bayern auf Platz fünf stehst, dann wird immer diskutiert. Die Mannschaft musste sich von Klinsmann über Heynckes auf Louis van Gaal umstellen, auf ganz unterschiedliche Systeme und Ansichten", so Kahn. "Das braucht Zeit und die hast Du beim FC Bayern nicht. Außerdem vermisse ich in den letzten zwei Jahren bei den Bayern eine Hierarchie. Es kann nicht sein, dass alle Spieler gleich sind. Ottmar Hitzfeld zum Beispiel hat die Topstars von Anfang an in die Verantwortung genommen. Das ist sehr wichtig, dass sich auch die Jüngeren an ihnen orientieren können. Eine Mannschaft muss klar strukturiert sein, die Hierarchie muss vom Trainer gefordert und vorgegeben werden. Die Spieler wissen, wir sind die Chefs, wir spielen auch, wenn es mal nicht so läuft. Das permanente Ausprobieren ist äußerst problematisch."
Oliver Kahn: "Es reichte einfach"Oliver Kahn ist zwar nicht mehr als Torwart aktiv, aber dennoch ständig unterwegs. Zur Lage beim FC Bayern hat er eine klare Meinung, bei der Torwartfrage in der DFB-Elf hingegen beneidet er Bundestrainer Joachim Löw nicht.
Die T-Frage in der Nationalmannschaft
Ein Opfer der fehlenden Zeit sei, so Kahn, auch Michael Rensing geworden: "Ich finde, Michael ist in der letzten Saison ein wenig zu negativ gesehen worden. Es ist extrem schwierig für einen jungen Mann, die Nummer eins zu sein. Das braucht Zeit und da haben wir wieder das Problem - die hat der FC Bayern nicht, um so einem Spieler einen längeren Zeitraum der Entwicklung zu geben. Man wird die Situation analysieren müssen. Butt ist sehr erfahren, er bringt stabile Leistungen, aber er ist halt schon über Dreißig." Analyse ist auch in der Nationalmannschaft angesagt. In der Winterpause soll dort die Torwart-Frage unter die Lupe genommen werden. Kahn attestiert allen Kandiaten eine gute Leistung, hat aber zwei Favoriten: "Ich glaube, dass die Entscheidung für Enke und Adler fällt."
"Da ist das Ding!"
Und die sollen es mit den anderen DFB-Spielern dann richten in Südafrika und das "Ding holen". Olli Kahn ist da voller Optimismus: "Wir sind Vize-Europameister, haben viele junge Spieler, die schon extrem viel internationale Erfahrung mitbringen, von Länderspielen und Champions-League-Auftritten. Wann sollen die Jungs denn das große Ding reissen, wenn nicht jetzt!"
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