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20.11.2009


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Studentenproteste Studentisches Spitzentreffen in Coburg

Die gewählten Vertreter aller Studierendenvertretungen in Bayern werden am Sonntag in Coburg zusammenkommen. Hier wollen sie sich gemeinsam auf eine klare Position verständigen und konkrete Forderungen an die Staatsregierung beschließen.

Stand: 20.11.2009

Stadthaus in Coburg, protestierende Studenten im Hörsaal

In Passau konnten die Studenten bereits einen Etappensieg erringen: Universitätspräsident Walter Schweitzer machte ihnen am Mittwochnachmittag weitgehende Zugeständnisse. Vor allem bei der Anwesenheitspflicht und der Frage der Regelstudienzeit kam er den protestierenden Studenten entgegen. An den Studiengebühren will die Uni Passau aber weiter festhalten.

Heubisch: Studiengebühren bleiben

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) ist weiter für Studiengebühren. Im Interview mit on3-radio, dem Jugendradio des Bayerischen Rundfunks, sagte er bei den Studiengebühren werde sich die Staatsregierung nicht bewegen: "Studiengebühren tragen erheblich zur Verbesserung der Studienbedingungen bei. Das wissen wir und können wir auch nachweisen."

Studenten: Hörsäle bleiben besetzt

Als Antwort auf die Haltung der Staatsregierung besetzten auch am Freitag wieder zahlreiche Studenten Hörsäle an den bayerischen Hochschulen. In Würzburg wollen die Studenten ihren Protest auch am Wochenende fortsetzen. In Augsburg riefen die Studenten erneut zu einem Protestmarsch auf. Bereits am Dienstag hatten sich in Augsburg 300, bayernweit 11.500 Demonstranten zu Protestmärschen gegen Studiengebühren und die neuen Studiengänge Bachelor und Master versammelt.

Studenten: Bildung demokratisieren

Mit ihrem Protest wollen die Studenten ein Mitspracherecht in hochschulpolitischen Gremien durchsetzen: "Bildung soll demokratisiert werden", so ihre langfristige Forderung. Außerdem fordern sie die Abschaffung von Studiengebühren und wehren sich gegen eine zunehmende Verschulung der universitären Bildung durch die Master- und Bachelor-Studiengänge. Die waren im Zuge der europaweiten Angleichung der Universitätsausbildung mit der sogenannten Bologna-Reform eingeführt worden.

Studienabschlüsse - neu und alt
 
Bachelor

Bachelor

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde ein zweistufiges Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor (BA) und Master (MA) eingeführt. Die Regelstudienzeit beträgt für einen BA mindestens drei und höchstens vier Jahre. Die Studenten sind darauf angewiesen, möglichst schnell viele Punkte, die sogenannten Credit Points, zu sammeln.

Master

Master

Erst nach dem Bachelor-Abschluss kann ein Master-Studium erfolgen. Dieses dauert mindestens ein Jahr und höchstens zwei Jahre. Ein Notendurchschnitt von 2,5 oder besser ist Voraussetzung dafür, um zum Masterstudiengang zugelassen zu werden. Kritiker bemängeln, dass nicht genügend Masterstudienplätze bereitgestellt werden.

Diplom/Magister

Diplom/Magister

Die bisherigen Abschlüsse Diplom und Magister verschwinden ab 2010 zugunsten von Bachelor und Master, um eine bessere Vergleichbarkeit und mehr Mobilität im europäischen Hochschulraum zu gewährleisten. Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und Hochschulen entsprechen dem MA.

Staatsexamen

Staatsexamen

Die Studiengänge mit Staatsexamen sind in jedem Bundesland einheitlich geregelt. Die Lehramtsstudiengänge sind - mit Ausnahme im Fach Theologie - in den meisten Bundesländern bereits auf BA und MA umgestellt. Das klassische Jura-Studium mit Staatsexamen und Referendariat ist bis auf wenige Ausnahmen noch nicht umgestellt - mehrere Länder sprechen sich aber dafür aus. Beim Medizinstudium gibt es noch keinen anerkannten gestuften Studiengang.

Proteste in Österreich und Deutschland

Ihren Anfang nahm die Protestbewegung in Österreich. Dort blockieren Studenten seit mehr als zwei Wochen zahlreiche Universitäten. In Deutschland sollen die Studierenden zwischenzeitlich Hörsäle an mehr als 50 Hochschulstandorten besetzt haben. Sie folgen damit der bundesweiten Initiative "Bildungsstreik 2009". In Bayern waren die Studierenden an der Akademie der Bildenden Künste in München die Vorreiter der bayerischen Proteste. Sie besetzten vor einer Woche den ersten Hörsaal.

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