31.07.2010
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Gerade mal drei Monate war er im Amt, dann stolperte er über seine Neugierde: Ministerpräsident Horst Seehofer hat seinen Büroleiter Markus Zorzi gefeuert. Der soll versucht haben, auf einen Computer zuzugreifen, der für ihn tabu war - für Seehofer ein "unverzeihlicher Fehler".
Stand: 10.03.2010
Seehofer bezeichnete den Rauswurf seines Büroleiters wegen Schnüffel-Verdachts als unvermeidlich. "Da hat es überhaupt keine Zweifel gegeben", sagte er am Mittwoch vor einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München. Er habe gar keine andere Chance gesehen, als ihn zu feuern. Zorzi habe einen "unverzeihlichen Fehler" begangen.
Der frühere CSU-Landesgeschäftsführer Zorzi hatte Medienberichten zufolge von der Staatskanzlei aus versucht, das E-Mail-Postfach seines Nachfolgers in der CSU-Landesleitung auszuforschen. Seehofer bestätigte, dass sein persönlicher Referent Hubert Bittlmayer neuer Büroleiter wird. Dieser hatte den Posten bereits vor Zorzi übergangsweise inne.
Seehofer sagte, er wisse nichts über Zorzis Motive - und habe sich auch nicht dafür interessiert. Ihm habe die Tatsache genügt, "dass es stattgefunden hat". Für alles Weitere gebe es die entsprechenden Verfahren, in denen die Beteiligten nun angehört würden.
Die Opposition warf den Christsozialen derweil "Filz" und "Intrigenwirtschaft" vor. "Zu so etwas kommt es, wenn Staat und Partei so vermengt werden, dass führende Mitarbeiter zwischen CSU-Parteizentrale und Staatskanzlei nicht mehr unterscheiden können", kritisierte Bayerns SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher am Mittwoch in München. Die Fraktionschefin der Grünen, Margarete Bause, nannte das "Ausmaß von Missgunst und Misstrauen innerhalb der CSU" erschreckend.
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