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09.02.2010


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Fall Mannichl Belohnung auf 20.000 Euro erhöht

Knapp sechs Wochen nach der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl ist der Täter immer noch nicht gefunden. Das Bayerische Landeskriminalamt hat die Belohnung daher vervierfacht. Zudem haben die Ermittler einen Fahndungsaufruf zurückgenommen.

Stand: 22.01.2009

Polizeichef Alois Mannichl sitzt an seinem Schreibtisch in der Passauer Polizeidirektion

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Messerattacke auf Mannichl führen, ist jetzt eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt. Die Sonderkommission suche weiterhin nach einem etwa 1,90 Meter großen Mann mit kräftiger Statur, runder Gesichtsform und Glatze oder sehr kurz geschnittenen Haaren, teilte das LKA mit. Der Mann habe einen Leberfleck oder eine Tätowierung am Hals, trage keinen Bart und spreche mit bayerischem Dialekt, möglicherweise mit österreichischer Einfärbung.

Nicht mehr gesucht werden hingegen die auf Phantombildern gezeigten Personen mit auffälligen Tätowierungen (Kreuz und Schlange). Nach Angaben des LKA gibt es keine hinreichenden Anhaltspunkte mehr, dass diese Gruppe etwas mit dem Anschlag zu tun habe.

Tatwaffe gibt Rätsel auf

Zuletzt hatte es vermehrt Spekulationen gegeben, ob der Überfall auf Mannichl nicht etwas anderes sein könnte als ein Racheakt aus der rechten Szene. Selbst nach Ansicht des Leitenden Oberstaatsanwalts Helmut Walch weist der Angriff auf Mannichl einige "Merkwürdigkeiten" auf. Im Mittelpunkt ist hierbei die Tatwaffe, ein Lebkuchenmesser, das sich vor dem Haus befunden hat. Das Messer gehörte nicht etwa dem mutmaßlichen rechtsextremen Täter, sondern der Familie Mannichl selbst. Außerdem sind immer wieder mysteriöse Briefe aufgetaucht, die dem Täter nicht rechtsradikale, sondern private Motive unterstellen.

"Ein sehr medienträchtiges Verfahren"

Walch ist jedoch weiterhin der Ansicht, dass der Täter im Fall Mannichl im rechtsextremen, nicht im familiären Bereich zu suchen ist. Der Fall des niedergestochenen Polizeichefs sei ein "sehr medienträchtiges Verfahren". Es sei deshalb normal, dass derzeit eine Reihe von gehässigen Schreiben und Bekennerbriefen verschickt würden, sagte Walch dem Bayerischen Rundfunk. Gerüchte, Mannichl habe den Überfall nur vorgetäuscht, kursierten zuerst auf Internetforen von Rechtsextremen. Der Vorwurf: Die Kripobeamten haben sich gescheut, im Umfeld ihres Chefs zu ermitteln.

Pannen bei den Ermittlungen

Allerdings werden auch immer mehr Ermittlungspannen bekannt. So ließ zum Beispiel die Staatsanwaltschaft Personen festnehmen, obwohl sie ein wasserdichtes Alibi hatten. In einem Fall handelte es sich um einen Mann, der zur Tatzeit weit weg vom Tatort Geld aus einem Bankautomaten abgehoben hatte und dabei fotografiert worden war. Im zweiten Fall war ein Neonazi-Paar aus München betroffen, das sich zur Tatzeit mit Gesinnungsgenossen in Erding getroffen hatte und dabei vom Staatsschutz fotografiert worden war. Eine Zeugin aus Fürstenzell hatte dagegen behauptet, das Paar an verschiedenen Stellen im Ort gesehen zu haben.

Ergänzend zur Suche nach dem Täter wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, ob die Art der Stichverletzung mit dem Tatablauf übereinstimmt, so wie Mannichl ihn geschildert hat. Dies sei jedoch ein "normaler Vorgang", sagte ein Sprecher des LKA. Ein solches Gutachten spiele auch in einem möglichen späteren Prozess eine Rolle.

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