21.11.2009
Direkt zu ...
Der Zugspitzgletscher wird auch in diesem Jahr wieder abgedeckt, damit er im Sommer vor Sonne und Regen geschützt ist. Auf einer Fläche von rund 6.000 Quadratmetern wurden Planen und Matten verlegt - aus Gründen des Naturschutzes, aber auch aus wirtschaftlichen Beweggründen.
Stand: 03.06.2009
Seine Fußballfeld-große Wärmeschutzhülle bekommt der Zugspitzgletscher heuer schon zum 17. Mal. Die weißen Planen und Matten sollen dafür sorgen, dass der Gletscher nicht weiter oder zumindest nicht so schnell abschmilzt. Die fünf Meter breiten, 30 Meter langen und knapp 130 Kilogramm schweren Matten und Lkw-Planen wurden von Hand verlegt, mit Ösen verknüpft und mit Holzbalken beschwert, damit der Schneeferner-Gletscher auf Deutschlands höchstem Berg "sommerfest" ist.
Bildunterschrift: Skispaß auf der Zugspitze - wie lange noch?
Die Bayerische Zugspitzbahn betreibt diesen Aufwand aber nicht allein aus Gründen des Naturschutzes, sondern auch und vor allem aus wirtschaftlichen Interessen, denn: Ohne Gletscher gäbe es weniger Skibetrieb und damit weniger Einnahmen für die Zugspitzbahn und den Ort Garmisch-Partenkirchen. Dank der Gletscherabdeckung kann man dann kommende Saison möglichst früh in den Skiwinter starten.
Deutschlands einziges Gletscher-Skigebiet mit fünf Liften befindet sich rund 350 Meter unterhalb des Zugspitz-Gipfels (2.962 Meter). Die Saison beginnt in der Regel im Oktober und endet im Mai. Einst war auf dem Zugspitzplatt auch Sommerskilauf möglich.
Dass in diesem Jahr verhältnismäßig spät mit der Verhüllung begonnen wird, liegt an dem langen Winter. Bis in den April hinein gab es hier noch ergiebige Schneefälle. Derzeit liegen noch rund vier Meter Schnee auf dem Zugspitzgletscher, der teilweise aufwändig mit Pistenraupen zusammengeschoben wurde. "Dieser Schnee wurde schützend über den Gletscher verteilt", sagt Manfred Haas, Betriebsleiter des Skigebiets Zugspitze. Aber ohne Planen würden Regen und Sonne diesen natürlichen Schutz rasch zum Schmelzen bringen.
In den vergangenen 40 Jahren ist der Gletscher auf dem Zugspitzplatt deutlich zurückgegangen, sowohl was seine Ausdehnung als auch seine Dicke betrifft. Das ergaben Untersuchungen des Landesamts für Vermessung und Geoinformation. Dazu wurde mit dem sogenannten Laserscanning ein genaues Geländemodell erstellt und mit einem Modell aus dem Jahr 1966 verglichen. Experten fürchten, dass der Schneefernergletscher bereits im Jahr 2030 verschwunden sein könnte.
Zur Übersicht: Nachrichten