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17.03.2010


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Benedikt XVI. Warum "Benedikt XVI."?

Stand: 17.08.2006

Papstwappen

Bildunterschrift: Habemus papam!

"Wie willst du dich nennen?" Dieser Frage musste sich auch Joseph Ratzinger als der neue Papst stellen, noch bevor der weiße Rauch aus dem Schornstein quoll. Der Kardinal entschied sich für den Namen Benedikt XVI. Als dies publik wurde, begann sogleich die Interpretation der Namenswahl - immerhin setzt der Papstname traditionell ein inhaltliches Signal. Er verdeutlicht auch, an welche Traditionen er anknüpfen will.

Friedenspapst

Der letzte Papst, der den Namen Benedikt trug, ging als Friedenspapst in die Geschichte ein: Giacomo Giovanni Battista della Chiesa war Erzbischof von Bologna, bevor er 1914 zu Papst Benedikt XV. gewählt wurde. Der Italiener machte sich während des Ersten Weltkriegs einen Namen als engagierter Vermittler, scheiterte aber schließlich an der Ablehnung der Alliierten. Innerkirchlich bemühte er sich darum, die Spannungen zwischen Traditionalisten und den Anhängern einer behutsamen Modernisierung zu überwinden. Benedikt XV. starb am 22. Januar 1922 - dreizehn Jahrhunderte nachdem der erste Papst namens Benedikt auf dem Heiligen Stuhl saß.

Die Ursprünge des Namensritus

Seit dem 11. Jahrhundert gehört es mit wenigen Ausnahmen fest zum Ritus, dass der neue Papst seinen bürgerlichen Namen ablegt und einen Papstnamen annimmt. Doch warum ist das so?

Papstgewand mit Schild "XYZ"

Bildunterschrift: Der Name ist Programm

Der Brauch hat sich gewissermaßen eingebürgert: Ende des Jahres 532 quälte den Römer Mercurio als frisch gebackenen Papst das Gewissen. Trug er doch als Stellvertreter Christi den Namen eines heidnischen Gottes - er hielt das für unvereinbar mit seinem neuen Amt. So nahm er den Namen "Johannes" an. Eine Idee, die später auch Ottaviano gut fand, dessen Vorname an den ersten römischen Kaiser erinnerte - den Feldherrn Oktavian, dem späteren Kaiser Augustus. Ottaviano nannte sich deshalb "Johannes XII".

Barbarenname

Wollten diese beiden die Würde des Amtes nicht gefährden, fand der erste deutsche Papst seinen Vornamen schlichtweg zu barbarisch. Der Sachse Bruno nannte sich daher "Gregor V." Und war Petrus der erste aller Päpste, legten Namensvetter diesen Namen aus Achtung vor dem ersten Papst ab. Bischof Petrus von Pavia etwa nahm als "Johannes XIV." sein Amt auf und Bischof Petrus von Albano bestieg als "Sergius IV." den Papstthron. Die reine Möglichkeit wurde somit schleichend zum festen Brauch. Historiker können sich auch Einflüsse aus dem Ordensleben als Motiv vorstellen. Dort erhalten die Mönche ebenfalls einen neuen Namen, sobald sie ihr Gelübde ablegen.

Die Top-Ten

Tatsächlich konnte Joseph Ratzinger unter den 82 Namen seiner Vorgänger wählen. Darunter gibt es eine unausgesprochene Top-Ten-Liste der immer wiederkehrenden Namen. Hier liegt "Johannes" ohne jede Konkurrenz auf Platz eins, mit Abstand gefolgt von "Gregor", "Benedikt", "Clemens" und "Innozenz".

Weiter mit: Das päpstliche Wappen Benedikts XVI.
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