10.02.2010
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Trotz Wirtschaftskrise zeigt sich der Arbeitsmarkt im Freistaat robust, so die aktuelle Bilanz der bayerischen Arbeitsagentur. Im November stieg die Arbeitslosenzahl um knapp 1.900 auf rund 300.000 leicht an. Die Quote bleibt unverändert bei 4,5 Prozent.
Stand: 01.12.2009
Der stellvertretende Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Ralf Holtzwart rechnet jedoch im Winter mit deutlich steigenden Zahlen. Der Höhepunkt wird seinen Worten zufolge im Februar oder März 2010 mit einer Quote von über fünf Prozent erreicht sein.
"Die aufziehende Krise auf dem Arbeitsmarkt zeigt, dass vor allem junge Menschen betroffen sind. Das liegt zum einen daran, dass Unternehmen zurzeit noch sehr zurückhaltend bei Neueinstellungen sind und zum anderen Auszubildende nicht übernommen werden können. Dennoch belegt Bayern mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 3,7 Prozent einen Spitzenwert im Bund." Ralf Holtzwart, Arbeitsagentur.
Auf dem bayerischen Arbeitsmarkt herrsche eine hohe Dynamik, so Holtzwart weiter. Dies sei ein positives Zeichen für einen lebhaften Wirtschaftsraum. Im vergangenen Monat wurden den Arbeitsagenturen etwa 23.000 neue Stellen gemeldet, etwa die gleiche Anzahl von Stellen wurde neu besetzt. Insgesamt gibt es aktuell in Bayern knapp 53.000 offene Stellen, vor allem in der Zeitarbeit, der Gastronomie und im Gesundheitswesen. Der Groß- und Einzelhandel bietet in Bayern derzeit etwa 1.800 offene Stellen, was vor allem für die ehemaligen Quelle-Mitarbeiter interessant sein könnte.
Die Quelle-Entlassungen zeigen auf dem fränkischen Arbeitsmarkt bislang erst wenig Auswirkungen. Das liegt nach den Worten von Ralf Holtzwart einerseits daran, dass nicht alle ehemaligen Quelle-Mitarbeiter in Nürnberg und Fürth wohnen, sondern der Anstieg der Arbeitslosigkeit sich auf ganz Mittel- und Oberfranken verteilt.
Zum anderen haben sich zwar schon über 2.239 Quelle-Mitarbeiter Arbeit suchend gemeldet, viele wurden aber bis jetzt noch für den Abverkauf beschäftigt. Trotzdem hat die Stadt Nürnberg bereits jetzt mit die höchste Arbeitslosenquote in Bayern (8,3 Prozent). Im Winter wird die Quote nach Einschätzung von Ralf Holtzwart auf über 10 Prozent steigen. Auch unter den Regierungsbezirken bildet Mittelfranken mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent das Schlusslicht.
Die regionalen Arbeitslosenzahlen und alle Infos über die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Ihrer Region hören Sie im Mittagsmagazin ab 12.05 Uhr in Bayern 1.
Unterfranken erstmals vorne
Beim Vergleich der Regierungsbezirke hat zum ersten Mal Unterfranken die niedrigste Arbeitslosenquote mit 4,1 Prozent, gefolgt von Niederbayern (4,2 Prozent) und Oberbayern (4,3 Prozent). Insgesamt rücken die Regierungsbezirke näher zusammen.
Bei den Städten und Landkreisen haben Nürnberg und Weiden die höchsten Quoten mit jeweils 8,3 Prozent. Spitzenreiter mit der prozentual niedrigsten Quote ist Eichstätt mit 2,0 Prozent. Ebenfalls eine 2 vor dem Komma - und damit fast Vollbeschäftigung - haben acht Kreise und kreisfreie Städte, darunter Neuburg-Schrobenhausen (2,3 Prozent), Erding und Pfaffenhofen (jeweils 2,6 Prozent) und Landshut (2,8 Prozent).
Gesamt: 299.798 (4,5 %)
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November leicht um 13.000 auf 3.215.000 gesunken. Die Zahl ist ausschließlich in Westdeutschland zurückgegangen, in Ostdeutschland ist die Zahl der Arbeitslosen gleich geblieben. Die Arbeitslosenquote sank bundesweit um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. Gegenüber dem November des vergangenen Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen aber um 227.000 gestiegen.
Auch nach einem Jahr Wirtschaftskrise zeige sich der Arbeitsmarkt verhältnismäßig robust, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Die Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung seien weit weniger dramatisch als von vielen befürchtet, so Weise weiter.
Antrag auf Arbeitslosengeld: Der Kampf mit dem PapierDie Zahl der Arbeitslosen ist im Freistaat auf unter 300.000 gesunken. Für jeden Einzelnen bedeutet der Gang zur Agentur vor allem eines: Papierkrieg. Nur wer die Fristen einhält und alle Anträge korrekt ausfüllt, bekommt Geld. Die radioWelt berichtet aus der Arbeitsagentur in Amberg in der Oberpfalz, wo die Arbeitslosenquote in Bayern am höchsten ist.